Korbach

Schauspiel hinter dem Schauspiel

- Korbach (rsm). Auf der Theaterbühne spielt sich eine Scheinwelt ab, aber beginnt dahinter schon wieder die richtige Welt? Ein Blick hinter die Kulissen der Korbacher Freilichtbühne sucht nach Antworten, während davor das Stück „Die kleine Hexe“ aufgeführt wird.

Was einem in der Hinterbühnenwelt zuerst auffällt, ist die Unaufgeregtheit der Menschen, die dort leben. Es sind nur noch zehn Minuten bis zum Auftritt, aber das große kollektive Herzklopfen ist hier nicht zu spüren, niemand steht mit zittrigen Händen da und blättert noch hektisch in seiner Textkladde. Die Schauspieler stehen oder sitzen in Grüppchen entspannt zusammen, reden und lachen sogar oft miteinander. „Heute ist schon die sechste Vorstellung, da wird man ruhiger, bei der Premiere ist die Aufregung bei uns allen aber schon noch sehr groß“, gibt Heidi Pöttner zu. Sie spielt auf der Bühne diesmal nur eine kleine Rolle, aber in der Hinterbühnenwelt stets eine Hauptrolle: Schauspielerin, Friseurin, Maskenbildnerin und Mutter. Ihre Tochter Jana und ihr Sohn Felix spielen auch in dem Stück mit. Die Pöttners sind typisch für viele Korbacher Freilichtbühnenkarrieren: Sie wirken wie vererbt. Viele Mimen treten hier im familiären Rudel auf. Da gibt es die Pötzschs, die Thielemanns, die Bieligs, die Scheurers, die Schleichers, die Göges, die Rumpfs, die Saures, die Hutwelkers….. Gemeinsam treten sie wie eine Großfamilie auf, das macht es Neulingen nicht einfach, in der Gruppe Fuß zu fassen. Aber vermutlich muss man sich bei diesem zeitintensiven Hobby auch in Sippenhaft nehmen, denn das Stück beschäftigt einen von November bis August und wenn alle mitziehen, fühlt sich zu Hause keiner vernachlässigt. Das jüngste Freilichtbühnen-Passivmitglied heißt Lena Grebe aus Lengefeld, sie ist erst eineinhalb Jahre alt. Mehr lesen Sie in der WLZ-Ausgabe vom Donnerstag, 22. Juli 2010.

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