Mitglieder der St. Regina planen für das kommende Jahr Fest mit Schlachtdarstellung und Marktbuden

Schießhagen soll Heerlager werden

Korbach - Mit einem Fest samt Schlachtdarstellung möchten die Mitglieder der Schützengildenformation St. Regina im kommenden Jahr auf ein besonderes Korbacher Ereignis hinweisen - und suchen jetzt erst einmal Hilfe.

Am 20. Juni 2013 wird die Schlacht auf der Helmscheider Höhe, bei der die Korbacher die verfeindeten Padberger in die Flucht schlugen, genau 600 Jahre zurückliegen. Für St. Regina, die historische Gruppe innerhalb der Korbacher Schützengilde, Grund genug, friedlich mit den ehemaligen Erzfeinden ein gemeinsames Fest zu feiern.

Was vor 18 Jahren als „Reginentag“ begann, soll sich 2013 zum veritablen öffentlichen Fest mausern. Statt nur an einem wollen die Mitglieder an drei Tagen im Schießhagen an die zurückliegenden Geschehnisse erinnern.

Höhepunkt soll nach jetziger Planung die Darstellung der Schlacht zwischen Teich und Jugendherberge sein. Dabei sollen zwei Gruppen, denen sich jeder Interessierte anschließen kann, entlang einer eigens entworfenen Choreografie aufeinanderprallen. Die Schlacht soll immer wieder durch Schauspieleinlagen und Erklärungen eines Moderators unterbrochen werden und rund eine halbe Stunde dauern.

Nebel soll über dem Schlachtfeld wabern, Verletzte und Tote sollen geborgen werden. Vielleicht kommt sogar die Jugendkompanie der Gilde in noch nicht eingesetzten Uniformen zum Einsatz. „Bei weniger als 80 Kriegern brauchen wir gar nicht anzufangen“, ist Ernst Schäfer jr. ehrlich. Aber er ist auch sicher: Die Korbacher schaffen das.

„Wir sind seit mehreren Jahren in der groben Planung“, erklärt der Koordinator. Nun aber werden die Ideen immer konkreter. Zwei Planungstreffen mit befreundeten Gruppen aus Twiste und Padberg hat es bereits gegeben. Vor Ort schauten sich die Geschichtsfreunde die Gegebenheiten an und feilten bereits an der Choreografie.

Doch das Reginenfest soll nicht auf die Schlacht beschränkt bleiben. Marktstände und passende Essensgelegenheiten dürfen ebenso wenig fehlen wie genügend Sitzgelegenheiten und ein Heereslager. Kurz: Das ausgehende Mittelalter soll Einzug halten.

Kirche, Vortrag, Ausstellung

Am Enser Tor, das die Schützen bis dahin fertiggestellt haben wollen, soll eine Ausstellung mit Dokumenten die historische Dimension aufzeigen. „Von hier aus könnte die Schlacht auch ihren Ausgang nehmen“, meint Schäfer.

Am Donnerstag ist ein „normaler“ Reginentag mit Kirchgang und kleinem Fest geplant. Der Freitag könnte mit einem Vortrag im Gildehaus oder Museum beginnen und sich mit einem Heerlager fortsetzen. Am Samstag soll dann gegen 11 Uhr die Historie wieder lebendig werden.

Wichtig ist den Organisatoren, dass jeder Interessierte mit wenig Aufwand teilnehmen kann. Ihre Zusage haben bereits einige Gruppen gegeben, unter anderem St. Barbara (die Kanoniere der Gilde), die Pikeniere aus Landau, die Lanzengarde aus Twiste und die Padberger.

Weitere Informationen zum Stand der Planungen und Ansprechpartner finden sich unter www.padbergerfehde.wordpress.com.

600 Jahre „Padberger Fehde“

Frei nach Ex-Fußballprofi Gary Lineker könnte man sagen: „Padberger Fehde“ sind die kriegerischen Ereignisse in den Jahren 1413 bis 1418, bei denen sich die Korbacher Bürger und die Padberger Ritter beharken – und am Ende gewinnen die Korbacher. Tatsächlich hatten sich die beiden Städte schon seit Jahren gegenseitig angestichelt. Doch als ein erneuter Übergriff auf Waldecker Terrain 1413 ruchbar wurde, kam es zum entscheidenden Kampf am Raingraben bei Helmscheid. Die Padberger wurden trotz ihrer Erfahrungen als „Raubritter“ vernichtend geschlagen, viele gerieten in Gefangenschaft und mussten gegen viel Geld freigekauft werden. (den)

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