Schaden im Leitungsnetz in Dorfitter verursacht Wasserengpass

Schläuche bringen Wasser ins Tal

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- Vöhl-Dorfitter.(resa). Die Gemeinde war in Alarmbereitschaft: Ein Leck im Leitungsnetz von Dorfitter sorgte für einen Wasserengpass. Seit gestern Abend transportieren nun 50 Feuerwehrschläuche Wasser von Obernburg ins Tal und stellen die Versorgung sicher.

Rund 90 Kubikmeter Wasser verbrauchen die Menschen in Dorfitter täglich. Am Freitag stellte Vöhls Wassermeister Andreas Böhnke plötzlich fest, dass fast 130 Kubikmeter flossen. Selbst in der Nacht war der Verbrauch ungewöhnlich hoch. Die auffälligen Zahlen ließen auf ein Leck im System schließen. Noch am Freitag machten sich die Experten auf die Suche nach dem Schaden. „Dabei hören wir mit entsprechenden Geräten, wo es im System am lautesten ist“, erklärt der Wassermeister. An der Mar­bachseite in Dorfitter verdichteten sich die Hinweise. Andreas Böhnke und sein Team öffneten ein Stück der Straße, fanden das Leck aber nicht.

Am Montag nun der zweite Versuch: Am Nachmittag öffneten die Mitarbeiter des Bauhofs die Straße an anderer Stelle. Dieses Mal fanden sie das Leck und begannen mit der schwierigen Reparatur.

Die Ursache für den Schaden ist vorerst unbekannt. Weil der Frost nicht so tief in der Erde sitze, würden die tiefen Temperaturen wohl ausscheiden, sagt Erster Beigeordneter Heinrich Klein. Es sei denkbar, dass bei der Legung von Gasleitungen vor drei Jahren Schäden entstanden seien. Es könne aber auch am Alter der Rohre liegen, die Leitungen seien nämlich vor 48 Jahren gelegt worden. „Eigentlich würde diese Situation uns vor keine größeren Probleme stellen“, so Klein, „aber die Pumpstation in Dorfitter wird zurzeit repariert.“ Und deswegen verlor der Hochbehälter immer mehr Wasser und nur wenig floss nach, die Versorgung in Dorfitter war gefährdet. „Also mussten wir eine Lösung finden“, erklärt Vöhls Hauptamtsleiter Dirk Beckmann, „aber wie sollten wir Wasser nach Dorfitter bekommen?“

Die Feuerwehr und der Bauhof sprangen ein. Von Obernburg aus legten sie eine rund 1000 Meter lange Leitung aus Feuerwehrschläuchen. „Die Schläuche hat uns die Korbacher Wehr zu Verfügung gestellt, damit unsere Wehren weiterhin einsatzbereit sind“, so Gemeindebrandinspektor Berthold Schreiber. Gemeinsam mit Feuerwehrkollege Bernd Weber und Uwe Heinen, Jens Klöcker und Klaus Rattke vom Bauhof suchte er in Obernburg nach einem geeigneten Hydranten. Der Frost erschwerte die Arbeit.

Nach rund zwei Stunden lagen die Schläuche, die auf dem Weg nach Dorfitter über die Straße und dann bergab bis zu den Schienen und zum Hydranten in der Straße „Am Steinbruch“ führen. „Dort wird das Wasser direkt in das System geführt“, erklärt Andreas Böhnke. Der untere Teil des Dorfes kann nun von Obernburg aus versorgt werden. „Das entlastet das Netz und der Hochbehälter kann sich wieder füllen“, befindet der Wassermeister. Die Menschen in Dorfitter sollten vorerst trotzdem sparsam mit dem Wasser sein.

Berthold Schreiber behält die Leitungen im Blick. „Das ist eine Premiere“, betont er, „jetzt darf es nur nicht wieder kälter werden, sonst friert das Wasser in den Schläuchen.“ Unterstützung gab es gestern Abend aus Korbach: Mit Tankfahrzeugen versorgten die Feuerwehrleute aus der Nachbarschaft den Hochbehälter mit Wasser, um so den Nachschub sicherzustellen.

Ob es im Leitungsnetz noch weitere Lecks gibt, bleibt laut Wassermeister abzuwarten. Erst wenn die Werte sich wieder normalisieren, können die Schläuche wieder eingerollt werden.

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