Großes Interesse am Thema Herzschwäche · Fachärzte des Korbacher Krankenhauses am Expertentelefon

Auf „schleichende Warnzeichen“ achten

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Sprechstunde mit 20 Anrufern: Am WLZ-FZ-Expertentelefon informierten am Mittwoch (v.r.) Dr. Arved-Winfried Schneider, Chefarzt Medizinische Klinik, Dr. Renate Rauscher und Serguei Korboukov, beide Fachärzte für Kardiologie, über das Thema Herzschwäche/Herzinsuffizienz.

Korbach - 20 Anrufer in 60 Minuten: Bei der Sprechstunde am WLZ-FZ-Expertentelefon beantworteten am Mittwoch drei Fachärzte des Korbacher Stadtkrankenhauses viele Fragen zum Thema Herzschwäche/Herzinsuffizienz.

Oft nehmen Betroffene Beschwerden der Herzschwäche wie Atemnot, sinkende Leistungsfähigkeit und durch Wassereinlagerungen geschwollene Unterschenkel auf die leichte Schulter oder als „normale“ Alterserscheinungen zur Kenntnis. „Diese schleichenden Warnzeichen zu lange zu ignorieren, kann sehr gefährlich sein“, resümiert Dr. Renate Rauscher, Fachärztin für Kardiologie, nach einem ihrer Telefonate. Deshalb sei es besonders wichtig, so früh wie möglich den Ursachen der Symptome auf den Grund zu gehen.

„Das schwache Herz - Diagnostik und Therapie der Herzinsuffizienz“: Beim Schwerpunktthema der diesjährigen Informationskampagne der Deutschen Herzstiftung greifen an diesem Nachmittag viele Leser zum Hörer. Am Experten­telefon informieren auch Oberarzt Serguei Korboukov, Facharzt für Kardiologie, und Dr. Arved-Winfried Schneider, Chefarzt der Medizinischen Klinik des Stadtkrankenhauses, über die unterschiedlichen Aspekte der Volkskrankheit. Denn allein in Deutschland wird die Zahl der Patienten mit Herzschwäche auf zwei bis drei Millionen geschätzt. Wenn das Organ nicht mehr in der Lage ist, den Körper ausreichend mit Blut und damit mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen, werden nicht nur das Herz selbst, sondern auch Gehirn, Nieren oder Muskeln in Mitleidenschaft gezogen.

„Bluthochdruck, der bisher womöglich nicht ausreichend behandelt wurde, ist eine der Hauptursachen“, erklärt Dr. Schneider, nachdem ihm eine Anruferin ihre Beschwerden geschildert hatte. „Entgleist“ die Situation, etwa durch zu geringe Medikamentengabe, gerät der Patient in eine zumeist lebensbedrohliche Lage. Nicht selten gehe dem bereits eine längere Leidenszeit voraus. Wer immer wieder nachts aufwacht, weil er im Liegen keine Luft mehr bekommt, und erst im Sitzen wieder atmen kann, sollte dringendst einen Kardiologen aufsuchen, rät der Chefarzt. Die modernen Therapieverfahren böten beste Chancen, den Verlauf der Krankheit zu stoppen oder zu verlangsamen. Die Möglichkeiten zur Behandlung der Ursachen reichen von der medikamentösen Einstellung des Bluthochdrucks über die Operation defekter Herzklappen bis zu Kathedereingriffen, um koronare Durchblutungsstörungen zu beheben.

„Früher galt bei Herzschwäche Schonung als ratsam. Inzwischen weiß man, dass Bewegung viel besser ist“: Kardiologe Serguei Korboukov weist bei seinen Telefongesprächen vielfach auf die vorbeugende wie auch heilsame Wirkung von körperlicher Aktivität hin. Allerdings sollte vorher unbedingt mit dem Haus- oder Facharzt besprochen werden, welche Belastbarkeitsgrenzen zu beachten sind. Danach könne dann ein geeignetes Ausdauertraining erfolgen.

Im Rahmen der diesjährigen Herzwochen wird das Thema Herzschwäche/Herzinsuffizienz auch bei einem Vortrag am kommenden Dienstag, 5. November, vertieft. Chefarzt Dr. Schneider und die Kardiologen Dr. Renate Rauscher und Serguei Korboukov informieren umfassend über Symptome, Diagnostik und moderne Therapieverfahren. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr im Vortragsraum (3. OG Neubau) des Korbacher Stadtkrankenhauses. Im Anschluss stehen die Referenten für persönliche Fragen und eine individuelle Beratung zur Verfügung.

Interessierte haben nach dem Vortrag die Möglichkeit, den Linksherzkathetermessplatz der Klinik zu besichtigen. Es werden die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten des Linksherzkatheters dargestellt und erläutert.

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