Willinger investieren rund 264000 Euro in Breitband-Versorgung

Schnelles Internet kommt ins Upland

Willingen - „Zurück in die Zukunft“: Der Titel dieses Filmklassikers könnte eines der jüngsten Projekte der Uplandgemeinde überschreiben. Um alle Bürger mit schnellem Internet zu versorgen, spannt die Telekom ihre Leitungen im Auftrag der Kommune wie in früheren Zeiten über Land.

„Mancherorts ist bereits Kritik an den Masten geäußert worden“, weiß Bürgermeister Thomas Trachte. In der Tat gleichen die robusten Holzpflöcke, die derzeit überall im Upland aus dem Boden schießen, auf den ersten Blick nicht gerade einem Wegweiser in die moderne Kommunikationsgesellschaft.

Wer genauer hinsieht, erkennt aber ihren Wert: „Sie sind nicht schön, aber vertretbar, denn der Versorgungsgedanke steht im Vordergrund“, betont Trachte. „Alternativen wären nicht finanzierbar gewesen“, ergänzt der Rathauschef. „Wir hatten also die Wahl zwischen dieser Art der Breitbandversorgung oder gar keiner.“

Die Upländer hatten den Breitband-Internetzugang aber in den vergangenen Jahren immer wieder gefordert – und zwar zu Recht, „denn nur in Willingen, Rattlar und Teilen von Usseln war die Versorgung unproblematisch“, räumt Trachte ein. Ob Unternehmer oder Privatmann, ob in Willingen oder Hemmighausen – heute sind laut Trachte aber alle „auf das Kommunikationsmedium Nummer 1“ angewiesen. „Wenn wir uns in Zeiten des demografischen Wandels jeden Tag Gedanken darüber machen, wie wir unsere Ortsteile am Leben erhalten, müssen wir die Grundversorgung einfach gewährleisten“, stellt der Bürgermeister klar. Dass zu dieser auch das schnelle Internet gehört, ist für ihn keine Frage. Schließlich spiele die Nutzung inzwischen schon in der Schule eine große Rolle.

Finanzierbare Lösung finden

„Die Telekom hat allerdings schon vor Jahren signalisiert, dass sie die Breitband-Versorgung im ländlichen Raum allein nicht finanzieren will“, ruft Trachte ins Gedächtnis. „Da auch die Installation von Funknetzen über private Anbieter nichts Halbes und nichts Ganzes war, galt es, finanzierbare Lösungsansätze zu entwickeln.“

Um den Kommunen dabei unter die Arme zu greifen, stellte der Landkreis einen zentralen Förderantrag (siehe Hintergrund). „Für die Gemeinden, die sich der Ausschreibung angeschlossen haben, ist daraus ein Riesenerfolg geworden“, hebt Trachte hervor und ergänzt: „Dass die Telekom bei uns nun Kabel verlegt, hat nur geklappt, weil wir Fördermittel bekommen haben.“

Vor diesem Hintergrund war es der Kommune leichter gefallen, selbst Geld in die Hand zu nehmen. Trachte: „Im Upland hat die Gemeinde rund 264 000 Euro investiert, um alle Ortsteile zu versorgen.“ Dass die unterirdische Verlegung der Kabel keine Option war, erklärt der Bürgermeister mit den um ein Vielfaches höheren Kosten. „Sobald Baumaßnahmen anstehen, werden wir die Kabel aber unter die Erde legen“, blickt Trachte voraus in die Zukunft.

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