Goldhäuser Chor-Jubiläum lockt Gäste und Sänger zum Freundschaftssingen nach Lengefeld

Schönes Ganzes aus vielen Stimmen

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Korbach-Lengefeld - Zum Singen mit Freunden lud der gemischte Chor „Eisenberg“ aus Goldhausen ein. Zum 90-jährigen Jubiläum des Vereins kamen neun Gesangvereine nach Lengefeld.

90 Jahre sind ein stolzes Alter - auch für einen Gesangverein: Der gemischte Chor „Eisenberg“ Goldhausen feierte am Sonntag mit zahlreichen befreundeten Vereinen. Die Wipperberghalle in Lengefeld war gut gefüllt mit Liebhabern des Chorgesanges.

Bürgermeister Klaus Friedrich gratulierte als erster: „Gesangvereine sind ein unverzichtbarer Kulturbereich in ganz Waldeck-Frankenberg“, erklärte er. Auch Bruno Menke, Vorsitzender des Waldeckischen Sängerbundes, betonte, dass „viele Stunden der Arbeit und Geselligkeit“ den Chor zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Korbach gemacht hätten. Pfarrer Burkhard Uffelmann freute sich, wie viele Stimmen zusammen ein schönes Ganzes ergeben und Ortsvorsteher Wolfgang Behle dankte für die Mitgestaltung und Hilfe im Ort.

Auch für Annelies Weibel, Vorsitzende des Sängerbezirks Korbach, sind 90 Jahre eine sehr lange Zeit: „Von der Gründungszeit des Vereins haben wir heute nur vage Vorstellungen.“ Um die Geschichte des Chores konkreter zu machen, lieferte Ehrenchorleiter Hartmut Scharfe einen Rückblick auf die vergangenen neun Jahrzehnte und korrigierte dabei auch einen Fehler in der Waldeckischen Landeszeitung: Der erste Vorsitzende des Chores war Wilhelm Tepel, nicht wie berichtet Wilhelm Jesinghausen.

In den ersten Jahren seines Bestehens war der Chor oftmals inaktiv. Erst nach seiner Reaktivierung mit Chorleiter Willi Krüger 1951 blieb er umtriebig und etablierte viele Traditionen, die er auch heute noch pflegt. Für ihre Mitwirkung dabei, den Chor nach dem Krieg wieder „ins Laufen zu bringen“, und für ihre 65-jährige Mitgliedschaft ehrte der Vorsitzende Günther Vahland Lore Nolte, Helmut Tepel und Reinhold Krüger. Für 25 Jahre im Chor wurden Christiane Zenke und Sonja Behle ausgezeichnet. Vahland selbst erhielt für 15 Jahre als Vorsitzender die goldene Vereinsnadel des Waldeckischen Sängerbundes.

„Ausgeschwätzt und losgesungen“ verkündete Burkhard Behle, der mit interessanten Informationen zu den Liedern durch den Nachmittag führte. Nachdem die Gastgeber das Programm schon mit „Jetzt und heute leben“ eröffnet hatten, sangen sie „Wenn ich einmal reich wär“ aus dem Musical Anatevka - zur großen Erheiterung des Publikums mit schweren Seufzern nach dem Refrain.

Der gemischte Chor Lelbach unter Melitta Teichmann und der MGV Immighausen unter Thilo Nordheim waren die ersten Gastvereine. Unter Carmen Lindermann erfreuten die gemischten Chöre Helmscheid und Nordenbeck das Publikum - letzterer mit kindlicher Unterstützung bei Peter Maffays „Ich wollte nie erwachsen sein“. Für „Tage wie diese“ von den Toten Hosen und Ralph Siegels „Moskau“ vereinten sich die beiden Chöre.

Auch der MGV Goddelsheim unter Holger Born, der MGV und die „Chorifeen“ aus Buchenberg unter Arno Huthwelker, die Aartalstimmen Eppe/Niederschleidern unter Carmen Lindemann und der MGV und Frauenchor Eppe unter Lindemann und Leo Blüggel boten modernes Liedgut ebenso wie klassische Gesangvereinstitel. Der Gastgeberchor und der Männergesangverein aus Buchenberg, Heimatort des Goldhäuser Chorleiters Arno Huthwelker, vereinten sich schließlich für die Europahymne „Freude, schöner Götterfunken“.

Der Buchenberger hatte auch noch eine Überraschung parat: ein kleiner Chor aus verschiedenen Orten gab ein Ständchen, von dem nur wenige vorher wussten. Bruno Menke fragte schon zuvor, was man einem 90-Jährigen noch schenken könne. Er beantwortete seine Frage selbst: „Eine Liederauswahl, die Freude macht, ein kritisches, aber enthusiastisches Publikum und begeisterte Sänger.“ Im Hinblick auf die jüngsten Neuzugänge des Jubiläums­chores und den Zustrom beim Freundschaftssingen sei es ein gelungener Geburtstag.

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