Sachsenberg

Mut schöpfen aus der Stadtgeschichte

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- Lichtenfels-Sachsenberg (ks). Mit einem Festabend haben die Sachsenberger das neue Stadtbuch von Dr. Jürgen Römer präsentiert.

Mit dem Abend eröffneten die Sachsenberger den Festreigen zum Jubiläum ihrer Stadt 2012. Es geschah 1262 zu Volkmarsen: Dort setzten die Ratsmänner der Stadt ihre Unterschrift unter einen Bündnisvertrag mit dem mächtigen Kloster Corvey – es ist die älteste Urkunde, die von den Stadtrechten der Sachsenberger zeugt. Dieses Jubiläum wollen sie 750 Jahre später groß feiern: 2012.

Doch schon am Donnerstagabend blickten sie im Bürgerhaus auf ihre wechselvolle Vergangenheit zurück. Von der zeugt das neue Stadtbuch, das frisch aus der Druckerei gekommen ist. Mitglieder des Festausschusses enthüllten die blauen Bücherstapel und gaben sie für den Verkauf frei. Der Historiker Dr. Jürgen Römer hat das Buch für seine „alte Wahlheimat“ verfasst – 18 Jahre hat er in der Stadt gelebt, heute wohnt er im Nachbardorf Dalwigksthal.

In einem Vortrag umriss er das Projekt, an dem zu einem Viertel auch einige Sachsenberger mitgewirkt hätten. Sie hätten einen „bunten Blumenstrauß“ an Themen von der Vereinsgeschichte über Erinnerungen bis zu Kunstprojekten geliefert. So lasse sich sagen, die Sachsenberger hätten sich zum Jubiläum ein Buch geschenkt.

Einig seien sich alle gewesen, dass es ein Buch werden solle, „das man gern in die Hand nimmt und liest“. Es sei keine Chronik mit nach Daten geordneten Ereignissen geworden – die habe Erich Mees bereits in jahrelanger Arbeit herausgegeben. „Ich habe versucht, Geschichte zu erzählen, Zusammenhänge zu zeigen.“ Und er habe Epochen wie das Mittelalter herausgestellt, die bisher kaum behandelt worden seien.

In Kurzform spannte Dr. Römer den Bogen von den nicht geklärten Anfängen der Siedlung um 1220 über verheerende Kriegs- und Pestzeiten, die beiden großen Stadtbrände im 19. Jahrhundert, die Verlagerung der Verkehrsströme und die Nazi-Zeit bis zum Verlust der Eigenständigkeit 1971. Seine Bilanz: „Mit schöner Regelmäßigkeit erfährt man beim Blättern in der Sachsenberger Vergangenheit, dass es seit Jahrhunderten hier auf und ab geht.“

Der Historiker rief auf, „den Blick nicht immer auf die rauchenden Trümmer des stolzen Rathauses zu richten, sondern in die Zukunft“. Sachsenberg habe mehr als einmal bewiesen, dass es „seine Probleme bewältigen kann“, das solle allen „Mut machen, nach vorn zu blicken“.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Freitag, 9. Dezember.

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