Korbach

Schüler diskutieren mit jungen Politikern

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- Korbach (vz) . Über ihre politischen Ziele diskutierten am Donnerstag Nachwuchspolitiker mit Schülern der Alten Landesschule. Bildung und Schuldenbremse waren nur zwei der gestreiften Themen.

„Was würden sie in der Kommunalpolitik ändern?“, „Wie sollen neue Ausbildungsplätze finanziert werden?“, „Was muss man für attraktive Freizeitgestaltung tun?“ Das sind nur wenige Fragen, die Inga Thom und Holger Kindler von der Gewerkschaftsjugend den Kandidaten auf Kreis- und Gemeindeebene stellen. In der Aula der Alten Landesschule lauschen rund 200 Schüler der Jahrgangsstufe zwölf den Vertretern von „Piratenpartei“, Linken, SPD, Grünen, FDP und CDU. Gemeinsam diskutieren sie mehr als zwei Stunden über Freizeitgestaltung, Kulturangebote, Mobilität, Schule, Bildung und Ausbildung.

Die Veranstaltung hatten DGB-Jugend und die Alte Landesschule geplant und durchgeführt. Im Unterricht hatten die Lehrer ihre Schüler bereits auf die Themenblöcke vorbereitet. Auf Kärtchen können die jungen Wähler ihre Fragen notieren, die die Moderatoren vorlesen. Auf Plakaten präsentieren sich die Vertreter der anwesenden Parteien. Sechs der acht Parteien und Listen sind vertreten, die Freien Wähler hatten auf die Anfrage des DGB keine Reaktion gezeigt, auf eine Einladung der Republikaner hatten die Organisatoren verzichtet, was bei den Teilnehmern der Veranstaltungen auf Kritik stößt.

Die Schüler sind kritisch und stellen den Parteivertretern ihre Fragen. Für die SPD steigt Katharina Kappelhoff in den Ring. Auf ihre Forderung, neue Ausbildungsplätze zu schaffen, regt sich Widerstand im Publikum. „Wie sollen neue Ausbildungsplätze überhaupt finanziert werden?“, fragt ein interessierter Schüler. Die Vertreterin der Sozialdemokraten verweist auf die Interessen der Betriebe: „Wenn Fachkräfte fehlen, sollte auch ausgebildet werden.“

Anna Lena Oldemeier von den Linken sieht hingegen das Problem, dass vielen Jugendlichen die Ausbildungsreife fehle. Daher sei es wichtig, die Ausbildung zu verbessern. Christine Möller von den Grünen erklärt, dass immer mehr Jugendliche wegen fehlender Bildungsangebote aus dem Landkreis wegziehen. Katharina Kappelhoff betont, wie wichtig es sei, die Schulstruktur zu verändern und Waldeck-Frankenberg zukunftssicher zu machen. Das kann auch Sascha Brandhoff von der Piratenpartei unterschreiben: „Der Landkreis muss technologisch voran gebracht werden.“ Ein weiterer wichtiger Punkt sei außerdem, dass die Bürger ihre Heimat mitgestalten dürfen.

Hendrik Oppermann (CDU) erklärt das Motto seiner Partei: „Kurze Beine, kurze Wege“ bedeute, dass die Grundschulbildung vor Ort von elementarer Bedeutung sei. Zudem sei es wichtig, die Schulden in den Griff zu bekommen. Jochen Rube (FDP) rückt Bildung und Mobilität in den Vordergrund. Die Schulsozialarbeit muss seiner Meinung nach besser koordiniert werden. „Das heißt aber nicht, dass jede Schule einen Schulsozialarbeiter bekommen muss“, attackiert er das Wahlprogramm der Linken.

Diese legt ebenfalls ihren eigenen Schwerpunkt: Anna Lena Oldemeier legt Wert darauf, dass die Fahrtkosten für Schüler auch nach der zehnten Klasse übernommen werden. Ein großes Problem sei außerdem, dass Bildung nicht für jeden zugänglich sei. Rube wies darauf hin, dass es wichtig sei, die Wahlprogramme genau zu studieren, um Finanzierungslücken zu erkennen. Im zweiten Themenblock beschäftigen sich die Teilnehmer der Podiumsveranstaltung mit den Bereichen Freizeit, Kultur und Mobilität. Die geplante „Schuldenbremse“ sorgt zudem für Gesprächstoff.

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