Korbach

Schützengilde: Freischießen genau im Blick

- Korbach. Mit neuem Programmablauf startet die Korbacher Schützengilde ins neue Jahr. Das Freischießen beginnt einen Tag früher und dauert vom 10. bis 14. Juni.

Der Höhepunkt im Schützenjahr 2010 wirft bereits seine Schatten voraus. Rund drei Monate sind noch Zeit, bis in Alt- und Neustadt nach drei Jahren wieder Waldeck- und Korbachfahnen wehen und die Formationen der Schützengilde 1377 durch die Straßen maschieren. Neuerung: Bereits am Donnerstag starten die Mitglieder des zweitgrößten Vereins in Korbach mit kleinem Festumzug (20 Uhr), Totengedenken am Ehrenmal (21 Uhr) und Zapfenstreich an der Westwallschule (22.30 Uhr). Grund: So muss der bunte Abend am Freitag nicht gegen Mitternacht abgebrochen werden. Die vom Oktoberfest bekannte Band „Münchener Zwietracht“ soll stattdessen an diesem Abend für Stimmung im Festzelt sorgen. An den beiden darauffolgenden Abenden schließt sich die Band „Wildbach“ aus Tirol an. Der Verlauf der übrigen Tage ändert sich nicht. 3000 Euro – so viel wendet die Gilde pro Monat für ihr Gildehaus auf. Kassierer Helmut Stein, der bei der Versammlung von den Mitgliedern entlastet wurde, blickte auf die finanzielle Situation und schloss nicht aus, dass in Zukunft der Schützenfestturnus verändert werden müsse. Auch eine Beitragserhöhung rückt in Betracht, nachdem bereits andere Korbacher Vereine vorangegangen sind. Die Arbeiten am Gildehaus unter Federführung von Oberjäger Jürgen Weige schreiten derweil voran. Dechant Jogi Jost mahnte aber an, dass die Beteiligung bei den nächsten Terminen am 17. und 24. April besser werden müsse: „Es kann nicht sein, dass Jürgen Weige als einziger anpackt.“ Das Projekt Enser Tor, bei dem der abgerissene Torbogen wieder aufgebaut werden soll, habe konkretere Formen angenommen. Allerdings seien noch weitere Absprachen mit dem Bezirkskonservator nötig, so Jost. Bei der Jahreshauptversammlung, an der auch Bürgermeister Klaus Friedrich teilnahm, standen auch Ehrungen auf dem Programm. 1979 hatten sich beim Vogelschießen in der Marke sechs neue Mitglieder in die Schützenrolle eingetragen. Für ihre 30-jährige Treue zur Gilde überreichte ihnen am Freitagabend Schützenkönig Ernst Schäfer jr. eine silberne Anstecknadel samt dazugehöriger Urkunde. Beim Blick zurück ins vergangene Jahr blieb den Schützen vor allem das Vogelschießen im Schießhagen in Erinnerung. Am 5. und 6. September hatten alle Formationen zusammen mit vielen Besuchern nach einem neuen Vogelkönig gesucht und ihn in Sven Hamel von der Männerkompanie gefunden. Kinderkönigin wurde Gina Hübschmann. Gottesdienst, Festumzug und die Veranstaltung am Samstagabend seien sehr gut angenommen worden, freute sich Jost. Seinen Dank richtete er an alle Helfer des Vereins. Neben dem Vogelschießen füllten auch Schützenfeste, Freischießen und eigene Veranstaltungen der Gildeformationen den Kalender 2009. Abordnungen fuhren nach Rhoden, Rhena, Landau, Twiste, Usseln und Medebach. Die historische Schützengesellschaft Waldeck traf sich zudem im Herbst in Korbach. Zusätzlich legten alle Formationen eigene Schwerpunkte. Seien es die Pioniere mit ihrem „Tanz in den Mai“. Oder die Bürgerkompanie und St. Regina mit historischen Spielen in Landau. Die Bruderschaft St. Barbara, die Neujahr und Altstadtkulturfest mit ihren Böllerschüssen beginnt. Die Burschenkompanie mit Osterfeuer und Kartoffelbraten. Die Schützenfrauen, die nicht nur im Festzelt und an den Korbacher Wasserkümpen Hand anlegen. Oder die Männerkompanie, der Kern der Schützengilde. Um die Majoretten war es lange Zeit still gewesen. Seit Oktober kümmert sich allerdings wieder Melanie Buhl um Ausbildung und Auftritte. Um die Koordination vereinfachen zu können, schlug Inge Meissner vor, Spielmannszug und Majorettencorps zu verschmelzen. Mehr in der WLZ vom 22.März 2010

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