Adorfer Mittelpunktschule präsentiert Buch über 50 bewegte Jahre

Schulalltag im Wandel dokumentiert

Mia Kopas, Emily Wistuba, Paulina Zauner, Julia Wistuba, Jonathan Löwenstein und Paul Wachs aus der Klasse 2a freuen sich schon darauf, in der neuen Chronik über die 50-jährige Geschichte der Adorfer Mittelpunktschule zu schmökern.Foto: Schilling

Diemelsee-Adorf - Mitte Juli feiert die Mittelpunktschule ihr 50-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum ist eine bilderreiche Chronik erschienen.

„Was kann man schöneres tun, als für unser höchstes Gut, nämlich für unsere Kinder, Ausbildungsstätten zu schaffen?“ Das fragte Bürgermeister Karl Klemm im Dezember 1963 beim Richtfest für die neue Mittelpunktschule am Dansenberg. Etwa zehn Monate später berichtete die WLZ von der Fertigstellung des Neubaus - mit einem Festakt wurde der 3,2 Millionen Mark teure Betonbau am 17. Oktober 1964 seiner Bestimmung übergeben. Am 20. Oktober zogen die ersten Schüler ein.

Auch diese Zeitungsberichte sind in der neuen Chronik dokumentiert, die 50 Jahre später pünktlich zum Jubiläumsfest vom 14. bis 18. Juli herausgekommen ist. Am Mittwoch stellte Rektor Jürgen Wohlfahrt das 108 Seiten umfassende, reich bebilderte Buch vor. Die Gliederung folgt der Amtszeit der Schulleiter:

Von 1964 bis 1966 war Heinrich Garthe Rektor, insgesamt leitete er die Adorfer Volksschule 33 Jahre. In seine Zeit fallen die Gründung des Schulverbandes 1962, der Neubau 1962 bis 1964 und die Einführung des neunten Schuljahres 1965.

Von 1966 bis 1982 folgte Walter Platt. Er begleitete die Einrichtung der Förderstufe 1974 und des Realschulzweiges 1980. Der Kreis übernahm 1970 die Schulträgerschaft von der Gemeinde Adorf. 1973 stieg die Zahl der Schüler auf über 700, akute Raumnot herrschte, ein neuer Pavillon mit vier Klassenräumen wurde gebaut.

Von 1982 bis 1997 amtierte Eckhard Guntermann. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks kamen 1989/90 viele Spätaussiedler nach Rhenegge, die Schülerzahl in Adorf stieg wieder auf über 700. So wurde 1991 ein Fertighaus für vier Klassen aufgestellt. Der naturwissenschaftliche Trakt wurde 1993 neu gebaut. Und 1991 kamen die ersten Computer.

Seit 1997 ist Jürgen Wohlfahrt Rektor. Auch unter seiner Ägide wurde einiges gebaut, so entstanden eine Caféteria, ein neues Lehrerzimmer und ein zweiter PC-Raum. Die Altbauten werden Zug um Zug saniert. 2008 wurde die MPS eine Ganztagesschule.

Auch alle verfügbaren Daten über die Wirkungszeit der Lehrer sind aufgeführt. Die „Dienstälteste“ im Kollegium ist heute Hannelore Behle, die seit 1970 in Adorf unterrichtet. Wohlfahrt trat im Februar 1974 sein Referendariat an der MPS an.

Nicht vergessen sind die „guten Geister“ der Schule: die Hausmeister, Sekretärinnen und Raumpflegerinnen. Sie haben ihren gewichtigen Part im Hintergrund gespielt, um einen reibungslosen Unterricht zu gewährleisten. In 50 Jahren gab es nur drei Hausmeister: Fritz Feige, Willi Merhof und Torsten Emde. Seit 2008 gibt es eine Schulsozialarbeit. Auch die Schülervertretung stellt sich vor.

Viele Fotos, Tabellen und Zeitungsausschnitte geben Einblicke ins Schulleben und zeugen von Bauarbeiten oder dem Wandel der pädagogischen Arbeit. So manch Ehemalige dürften sich auf den Bildern wiedererkennen. Um das Buch unterhaltsam zu gestalten, sind zahlreiche lustige - aber verbürgte - Anekdoten eingeflochten.

Im Oktober 2013 hat Wohlfart mit seinem Team aus Miriam Bornemann, Susanne Schiefel und Karl Kemmerling begonnen, das Material fürs Buch zusammenzustellen. Dabei halfen ihnen die Chroniken der früheren Schulleiter - gerade Platt hat das Buch akribisch geführt. Doch Wohlfahrt stellte fest, das manche Unterlagen offenbar verloren gegangen sind.

Deshalb ist er dankbar für tatkräftige Hilfe: Der Heimatforscher Erwin Brüne stellte umfangreiches Material zur Verfügung. Bilder gerade über die Anfänge der Schule steuerten Christian Erlemann und Rudolf Bornemannn bei. Auch Mike Fieseler unterstützte das Team - er schreibt gerade an der Fortsetzung der „Adorfer Chronik“ von Alfred Emde. Aber auch viele ehemalige Schüler stellten alte Bilder und Dokumente bereit, weiteres Material nimmt die Schule gerne noch entgegen.

Markus Gerstengarbe vom Elternbeirat half beim Gewinnen von Anzeigenkunden: Dank dieser Einnahmen ist bereits etwa die Hälfte des Buches finanziert. Die andere Hälfte der Druckkosten soll durch den Verkauf hereinkommen, mindestens 500 Bücher muss die Schule absetzen. Der Preis ist mit nur fünf Euro bewusst niedrig gehalten. Spenden sind aber ebenfalls willkommen.

Verkaufsstellen sind in Adorf die Filialen der Waldecker Bank und der Sparkasse, das Foto-Geschäft Ostermann, der Edeka-Markt Heumann und das Sekretariat der Schule. (sg)

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