Schülerinnen und Schüler der Alten Landesschule gestalten abwechslungsreiches Adventskonzert

Aus der Schule in die Stadt hineinwirken

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Korbach - Die Herzen und Gemüter der Menschen durch die unmittelbar wirkende musikalische Botschaft von der Menschwerdung Gottes auf Weihnachten einzustimmen, das ist der Anspruch der Adventskonzerte der Alten Landesschule.

„Wir sind stolz und froh, dass die musikalische Tradition bei diesem Anlass über die engen Grenzen der Schule in die Stadt hinein wirkt“, zog Robert Gassner in seiner Eröffnungsrede und mit Blick auf die sehr gut besuchte Kilianskirche ein erfolgreiches Fazit der Adventskonzerte. Mit drei festlichen Renaissance-Tänzen von Claude Gervaise hatte das Blechbläserensemble unter der Leitung von Rainer Horn bei der Einstimmung den Schulleiter gleich eine rundum überzeugende Argumentationsgrundlage geliefert.

Das Bläserensemble unter der Leitung von Marco Werchner ließ auf die Begrüßung einen spezifisch weihnachtlichen Mix folgen mit „Kling Glöckchen“, „O Tannenbaum“ und anderen von Todd Stadtler arrangierten leckeren musikalischen Gegenstücken zu Bärentatzen, Butter-S und Zimtsternen. Bei „Dormi, Dormi“, dem Tessiner Schlaflied für das Christuskind, ließen die vereinigten Gitarrengruppen von Tobias Hecker ihre Zupfkünste für sich sprechen und stellten ihrem Lehrer ein gutes Zeugnis aus.

„Adventszauber“ verbreitete das Instrumentalensemble bei der Improvisation mit Orff'schem Instrumentarium, Streichern und Gitarren. Ab „Ihr Kinderlein kommet“ bereicherte auch noch Silvia Grebe mit der Flöte das Klangbild und krönte den Auftritt ihrer Gruppe mit dem höchsten Ton zum Abschluss von „O du fröhliche“.

„Macht hoch den Zaun“, eröffnete Pfarrer Heßler seinen ersten Beitrag. Als Anstoß zum Nach- und Querdenken las der geistliche Hausherr aus Heike Regina Albrechts Aktualisierung der Weihnachtsgeschichte mit Maria und Josef als Flüchtlinge der Heiligen Nacht und Pro-Asyl-Demonstranten als Hirten im Auffanglager. „Wenn Weihnachten ist..., dann teilt der Habewas mit dem Habenichts“ lautete eine Zeile aus dem zweiten anregenden Text, in dessen Verlauf zahlreiche scheinbar unvermittelbare Gegensätze zueinander finden.

Olaf Schillmöllers Singspiel „Die Badehose im Weihnachtsbaum“ nahm dagegen ein vollkommen aus der Jahreszeit gefallenes Christfest aufs Korn und die Sängerinnen und Sänger des Unterstufenchores hatten beim Vortrag der zahlreichen Ungeheuerlichkeiten einen Riesenspaß.

Ganz großen Anklang bei den Zuhörern fand das Streicherensemble mit dem Carl-Jenkins-Palladio, das die Vivaldi-Essentials auf unwiderstehlich mitreißende Art auf den Punkt brachte. Bei der Auswahl des Arrangements des ersten Satzes von Johann Sebastian Bachs drittem Brandenburgischen Konzert hatte Katrin Lange ein ähnlich glückliches Händchen.Mit ein wenig rhythmischer Unterstützung durch Bassist Rafael Plutz, dem Swing der Geige von Katrin Lange und der Altblockflöte von Leiterin Silvia Grebe brachte der Kammerchor den sonst eher steifen Weihnachtsklassiker „Macht hoch die Tür“ in Schwung. Beim anschließenden „Let‘s sing a Song of Christmas“ übernahmen die Männerstimmen die Rhythmusarbeit und überließen den Frauen die Botschaft.

Durchweg flotte Tempi hatte Rainer Horn dem Saxofon-Ensemble beim Spiritual-Trio vorgegeben und dabei auch dem Trost- und Klagelied „Nobody knows the Trouble I‘ve seen“ den Blues ausgetrieben, so dass nach dem flotten Opener „Go down Moses“ kein Spielraum für Schwermut blieb. Überwiegend heiter interpretierte der gemischte Chor John Rutters „Star Carol“ die zur Krippe führende Botschaft des Sterns von Bethlehem. Bei der im Calypsostil komponierten Aufforderung der Frauen „Come to Bethlehem“, zu der sich die Männerstimmen zum Tutti-Finale „to see the child of Mary“ einmischten, gesellte sich ein Schuss gut gelaunter Ironie hinzu.

Mit einem gewaltigen Accelerando vor dem letzten langen A des „Alleluia“ klang das Adventskonzert aus. Denn zum Abschluss hatte Bernhard Uteschil Roger Emersons Sacro-Disco-Kracher „Alleluia Noel“ ausgewählt, in dessen Verlauf beim rhythmischen „Ring-all-the-Bells“ die Glocken für alle guten Wünsche für eine bessere Welt läuteten.

Von Armin Hennig

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