Korbach

Schulprojekt: Mit Beats gegen Gewalt

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- Korbach (nv). Wenn coole Beats durch den Schulflur dröhnen; wenn Breakdance, Basketball, Rap und Gesang auf dem Stundenplan stehen, dann sind die Trainer von „Crossover“ unterwegs. An der Louis-Peter-Schule Korbach singt, tanzt und dribbelt das prominent besetzte Team für Toleranz und gegen Gewalt.

„Wir Hip-Hopper lösen Probleme mit Kreativität statt mit Gewalt, wir machen aus negativer Energie positive“, erklärt Breakdance-Trainer „Beat Boy Delles“ das Erfolgsgeheimnis des Integrationsprojekts „Cross­over“ zwischen einigen Freezes (Posen), die er den Achtklässlern der Louis-Peter-Schule und der Schule am Enser Tor vermittelt. „Dieses Rap-Projekt ist hessenweit einmalig“, hebt LPS-Schulleiter Michael Gering hervor. „Die Jugendlichen lernen spielerisch, dass sie ihre Ziele erreichen können, wenn sie an sich arbeiten. Und hier in Korbach hören sie zu, bringen sich ein und sind kreativ“, lobt Delles.

Die Kraft des Hip-Hops, Grenzen zu überwinden, zeigt die Arbeit in den fünf Workshops. Dort arbeiten die rund 200 Haupt-, Real- und Förderschüler von Montag bis Mittwoch an Auftritten für die große Abschlussschau und an sich selbst: In der Rap-Klasse von Ali A$ und MoTrip verrät schon das Tafelbild, dass es um weit mehr als coolen Sprechgesang geht. Die bei den Jugendlichen beliebten Rapper vermitteln neben der idealen Reimform wichtige Werte wie Respekt, Teamgeist, Fairness und Hilfsbereitschaft. Beide wissen – nicht nur aufgrund der zahlreichen Autogrammwünsche – um ihre Vorbildfunktion. Gerade diese Rolle des Idols verschafft ihnen aber eine natürliche Autorität, die sie für ihre Zwecke nutzen. Ergebnis: Am Ende des musikalischen Battles (Kampfes) zwischen Mädchen und Jungen, den die Gruppe mit selbst erarbeiteten Texten austrägt, heißt es: „Es gibt immer Streit zwischen Mädchen und Jungs. Und wir tragen ihn aus nach allen Regeln der Kunst. Im Endeffekt stänkern wir gegen uns rum, doch wenn wir ehrlich sind, fehlt uns dazu jeglicher Grund. Wir werden zwei Parteien zu einer vereinen.“

Integration ohne coole Beats, aber mit einer ebensolchen Schlagkraft gibt es in der benachbarten Turnhalle. Technik und Teamgeist prägen das Programm von Basketball-Rekordnationalspieler Patrick Femerling. Der 2,16-Meter-Mann spornt die Schüler zum fairen (Zusammen-)Spiel an. Sie lernen aber nicht nur spielerisch, Grenzen zu überwinden. Mithilfe der Crossover-Technik, einer Dribbling-Bewegung, bringt Femerling ihnen zugleich bei, eine neue Richtung einzuschlagen, die künftig auch abseits des Basketballfeldes von Kreativität statt Gewalt geprägt sein soll.

Die Crossover-Abschlusspräsen­tation beginnt Migttwoch (2.11.) um 16 Uhr in der Korbacher Hauerhalle. Alle Interessierten sind willkommen.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Mittwoch, 2. November

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