Willingen

Schwalefeld, ein waldeckisches Dorf

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- Willingen-Schwalefeld (bk). Es begann ganz harmlos mit Ahnenforschung. Was daraus entstanden ist, hat sich Dr. Ursula Rennhoff damals wohl nicht träumen lassen: eine Fundgrube für jeden, der sich für die Vergangenheit des Dorfes und seine Siedlungs- und Kulturgeschichte interessiert.

Sie hat in ihrem alten Terminkalender nachgeschlagen: Am 4. Juli 1996 traf sich Dr. Ursula Rennhoff (Wuppertal) zum ersten Mal mit dem Upländer Heimatkundler Helmut Göbel. In enger Zusammenarbeit mit ihm hat sie das Buch „Schwalefeld, ein waldeckisches Dorf“ erarbeitet. Sie hat unermüdlich in staatlichen, kirchlichen und privaten Archiven geforscht und nun eine wissenschaftliche Veröffentlichung vorgelegt, die nicht nur inhaltlich spannend und höchst interessant ist. Vielmehr zeichnet sich das durchgehend im Farbdruck hergestellte, reich illustrierte Buch auch durch seine besondere Gestaltung aus. Zudem wurde es in handgewebtem Leinen gebunden, das über 100 Jahre lang in Upländer Schränken und Truhen aufbewahrt wurde.

„Frauen haben in Schwalefeld über die Jahrhunderte Kinder geboren und aufgezogen, haben schwere Arbeit in Haus und Hof, auf Äckern und Wiesen geleistet, waren bei Krankheit und Not Stütze ihres Mannes und in Kriegszeiten oftmals der einzige Schutz für ihre Kinder. Und dennoch ist von vielen nicht einmal der Name überliefert.“ Ihnen hat Dr. Ursula Rennhoff dieses Buch gewidmet. Auf 568 Seiten erzählt sie die Geschichte des Dorfes und seiner alten Höfe. „Der Anfang Schwalefelds – überwachsen – eingeebnet – abgebaut – vergraben“ ist ebenso Thema wie beispielsweise der westfälische Überfall im Jahr 1592 und das Schwalefelder Salbuch des Geometers Christian Meißner.

„Es ist ein großes, umfassendes und sehr gelungenes Werk“, urteilte Bürgermeister Thomas Trachte bei der Vorstellung und Übergabe des Buchs. Er zollte der Autorin, Helmut Göbel und allen Beteiligten „höchste Anerkennung für das Geschaffene“. Ortsvorsteher Wilfried Schnautz betonte die wissenschaftliche Bedeutung des Werks. Er hofft, dass Dr. Ursula Rennhoff den Schwalefeldern hilft, ein Kapitel der örtlichen Geschichte, das noch im Dunkeln liegt, etwas aufzuhellen: Es geht um die Schwalenburg, die verstärkt in den Blickpunkt gerückt werden soll

Das Werk ist in einer Auflage von 200 Exemplaren erschienen. Es ist im Buchhandel erhältlich. Einige Bücher sind auch noch bei Helmut Göbel vorrätig. Sie kosten 65 Euro pro Stück. Wer Interesse daran hat, kann sich bei ihm melden (Telefon 05632/69122).

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Donnerstag,14. Juli

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