Am 25. Mai wählen die Mädchen und Jungen im Lichtenfelser Ortsteil erstmals ihre eigene Vertretung

Sechs Jugendliche bewegen Neukirchen

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Patrick Schäfer, Joleen Isken, Casandra Hachen, Michelle Schmidt, Fabienne Weishaupt und Marcel Schäfer (nicht auf dem Bild) stellen sich zur Jugendbeiratswahl. Tanja Schnell und Richard Hast (v.l.) und Kerstin Schnell (r.) vom Ortsbeirat stehen mit Rat und Tat zur Seite.

Lichtenfels-Neukirchen - Jugend bewegt in Neukirchen: Erstmals haben Jugendliche in dem Lichtenfelser Stadtteil die Chance, einen Jugendbeirat zu wählen. Sechs junge Frauen und Männer stellen sich zur Wahl.

Rund 40 Jugendliche sind in Neukirchen aufgerufen, am Tag der Europawahl, 25. Mai, erstmals ihre Stimme abzugeben - nicht für eine Partei, sondern für ihre Vertretung im Heimatort. Und sie haben die Wahl: Kandidaten sind die 17-jährige Casandra Hachen, Joleen Isken (15), Marcel Schäfer (15), Patrick Schäfer (16), Michelle Schmidt (13) und Fabienne Weishaupt (14).

„Ich kandidiere, weil ich mir wünsche, dass es für Kinder und Jugendliche in Neukirchen mehr Angebote und Veranstaltungen gibt und dadurch der Zusammenhalt wächst“, sagt etwa Joleen Isken. Sie trifft damit größtenteils auch die Motivation ihrer Mitbewerber, die sich für Neukirchen und die Jugendlichen einsetzen und mitdiskutieren wollen, was im Ort gebaut wird. Schon sind ihre Aussagen auf einer eigenen Internetseite zu finden: Unter www.jugendbeirat.lichtenfels-neukirchen.de stellen die Jugendlichen sich vor. Nach der Wahl soll die Pflege der Internetseite in ihre Hand gelegt werden, damit sie dort über Ihre Arbeit und ihre Projekte informieren können.

„Nachhaltig etwas ändern“

Doch noch kümmert sich Frank Isken um die Homepage. Der Neukirchener setzt sich schon länger dafür ein, in Neukirchen „den Grundstein für eine Nachhaltigkeitsstrategie zu schaffen, von der sowohl die Jugend als auch die örtlichen Vereine bis hin zu öffentlichen Gremien profitieren“, erklärt er. Mit einem Jugendbeirat dem Nachwuchs in dem 456 Einwohner zählenden Stadtteil eine Chance zu bieten, selbst mitzubestimmen, sei ein Weg dahin.

Ausgangspunkt für das Projekt „Jugendbeirat“ war das Problem, „dass sie Jugend nicht weiß, wohin sie soll“ - und das schon seit Langem. Aus diesem Grund wurden schon ein Bolzplatz und ein Spielplatz gebaut. „Doch Treffpunkte der Jugendlichen haben sich immer von selbst entwickelt“, sagt Isken. So nutzten sie den jetzigen Jugendraum in der ehemaligen Schule schon mal, bevor er zum Übungsraum der Feuerwehr wurde. Später dann versammelten sich die Mädchen und Jungen über Jahre hinweg an der „Buskiste“, dem Buswartehäuschen in der Nähe der Kirche. Weil das nicht ideal ist, machten Neukirchener immer wieder mit denselben stichhaltigen Argumenten klar, warum ein fester Raum für die Jugend her müsse - aber auch Vorbehalte wurden laut, erinnert sich Isken an die Angst, dass Schäden entstehen oder Alkohol getrunken werden könnte.

Sprachrohr für die Jugend

Um endlich eine Lösung zu finden, fand im Herbst 2013 eine Bürgerversammlung statt, bei der die Neukirchener gemeinsam mit Ortsvorsteher Richard Hast, Ortsbeirat und Bürgermeister Uwe Steuber beschlossen, kurzfristig wieder einen­ Raum in der alten Schule bereitzustellen. Er wird derzeit auch von den Kindern des „Eisclubs“ und den Neukirchener Jagdhornbläsern zum Üben genutzt.

„Doch diesmal soll den Jugendlichen nicht einfach etwas zur Verfügung gestellt, sondern die Verantwortung soll in ihre Hand gelegt werden“, erklärt Isken - und die Idee, einen Jugendbeirat einzuberufen, war geboren. „Der Beirat soll Projekte organisieren, durch die Jugendliche jeden Alters, unterschiedlicher Herkunft, Kultur, Sprache oder Religion zusammenkommen, um bei respektvollem Miteinander den Gemeinschaftssinn zu stärken und sich besser kennenlernen zu können“, erklärt Isken, der die Wahl zusammen mit den Jugendlichen vorbereitet und sich auch für die Internetseite ins Zeug gelegt hat.

„Sprachrohr der Jugend“ und „Ansprechpartner für die Erwachsenen“ soll der Jugendbeirat sein. Da sei Unterstützung von allen Neukirchener Bürgern wichtig, betont Isken. Auch Sponsoren seien willkommen, die etwa einen Breitband-Internetzugang für Seminare und andere Projekte finanzieren.

Wenn am Wahltag das Wahlergebnis feststeht, ist eine kleine Wahlparty geplant, zu der alle Jugendlichen und Eltern eingeladen sind. Und danach geht’s erst richtig los mit „Jugend bewegt in Neukirchen“.

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