Humboldtschule führt bei Korbacher Theaterwoche Märchen auf

Selbst für eine Hexe der Guten zuviel

In Gefahr. Gretel hat Angst um Hänsel, den die Hexe gefangen hält, um ihn zu mästen. Aber das Mädchen weiß einen Ausweg, der die Hexe mächtig ins Schwitzen bringen wird. Foto: Schmidt

Korbach - Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald, dann kam der Sandmann.... Es ist ein Märchen, dass ein Märchen immer so verläuft wie es im Buche steht. Das hat die Theatergruppe der Korbacher Humboldtschule vorgeführt.

Kinderarmut ist kein Märchen und sie fällt einem ein, wenn man dieses Märchen sieht, in dem die Eltern ihre Kinder aus Verzweiflung im Wald aussetzen, weil sie kein Geld mehr haben, sie zu ernähren.

Die Gruppe um Spielleiterin Anetta Bärenfänger hat noch einen weiteren sozialkritischen Aspekt in das Stück eingearbeitet, den es zu Gebrüder Grimm Zeiten vermutlich noch nicht gab. Der Wohnungsvermieter (Selin Sarican) droht den Eltern (Jennifer Müller, Alenyna Orhan) mit dem Rauswurf, wenn sie nicht zahlen. Das ist aber immer noch kein Grund, seine Kinder in den Wald zu bringen, aber so läuft nun mal das Schicksal von Hänsel (Niklas Gaspar) und Gretel (Sofia Gonzales). Die beiden Kinder hatten auf der Bühne aber mehr Unterstützung als im Märchenbuch. Zunächst freunden sie sich mit zwei Hasen (Agnes Rama und Sara Türen) an, dann hilft ihnen der Sandmann (Dalija Muceviz) und schließlich kommen noch fünf Elfen (Julia Gurnakow, Nicole Kromm, Marie, Lemke, Sarah Gaspar, Jana Scheffke) ihnen zur Hilfe. Gegen diese Übermacht des Guten hatten die böse Hexe (Jennifer Müller/Elisa Kasumaj) keine Chance. Ab in den Ofen mit ihr! Dank ihrem Vermögen sind die Eltern der Kinder ihre Schulden los. Nie wieder Ausweg Wald!

Keinem der Schauspieler hat man angemerkt, dass sie dieses Stück das erste Mal auf einer Bühne gespielt haben. Leider fehlen der Gruppe die Bretter, die die Welt bedeuten in ihrer Schule. Trotzdem haben sie sich mit ihren Stimmen auch noch in der letzten Reihe der Stadthalle Gehör verschafft. Da auch die schaupielerische Leistugn stimmte, hat sich das Ensemble aus der 3. bis 6. Klasse den Applaus mehr als verdient.Von Reinhard Schmidt

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