Schülerfirma JuLiMa der Alten Landesschule bringt einen Kalender und Postkarten auf den Markt

Wo sich Kunst und Wirtschaft vereinen

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Die Mitglieder der Schülerfirma JuLiMa, im Vordergrund Maik Strieder, einer der kreativen Köpfe, Hannah Graß, Buchhalterin, und Amelie Schreiber vom Marketing.

Korbach. - Sie agieren wie ein richtiges Unternehmen - mit Geschäftsführung, Buchhaltung, Marketing-Abteilung und kreativen Köpfen. Die Schülerfirma JuLiMa bringt ihren ersten Kalender auf den Markt.

Es ist ein Zusammenspiel von künstlerisch-kreativen Fähigkeiten und Kenntnissen der Betriebswirtschaft, das etwas Neues entstehen lässt in der Schülerfirma der Alten Landesschule. JuLiMa, so haben die Jungen und Mädchen der neunten und zehnten Klassen ihr Unternehmen getauft. „Ju“ steht für Jugend, „Li“ kommt aus dem Vietnamesischen und bedeutet Kalender und „Ma“ steht für die Malerei und Zeichnungen.

Sie nehmen damit an einem Projekt von „Junior“ teil, das vom Institut für Wirtschaft gefördert wird. „Es geht zum einen darum, die Prozesse in einem Unternehmen nachzuvollziehen, zum anderen aber auch, sich selbst bei der Arbeit im Team zu erproben und eigene Stärken zu definieren“, erklären Politik- und Wirtschaftslehrer Carsten Schäfer und Kunstlehrerin Birte Menzler. Möglich geworden ist das Projekt durch zusätzliche Lehrerstunden dank der sogenannten 104-Prozent-Zuweisung.

Die erste Hürde auf dem Weg zur Schülerfirma war die Einteilung der Abteilungen. Bei einem Workshop in Kassel bildeten sich die Schüler in verschiedenen Gruppen fort - Geschäftsleitung, Marketing und Buchhaltung. Dazu gesellten sich die Kreativ-Beauftragten. „Das größte Problem war die Ideenfindung“, erinnert sich Buchhalterin Hannah Graß. „Wir hatten viele gute Vorschläge, aber das Konzept zu erstellen, war eine große Herausforderung.“ Die letztendliche Entscheidung fiel auf Kalender und Postkarten. „Korbacher Stadtansichten 2014“ heißt der Wandkalender, er ist für 9,50 Euro in der Buchhandlung Schreiber und beim Weihnachtsbasar der Alten Landesschule erhältlich.

Darin befinden sich Zeichnungen von Bauwerken und besondere Ansichten der Korbacher Altstadt - filigran und mit viel Liebe zum Detail. Einige der Motive gibt es auch als Postkarten. „Ich bin ganz, ganz stolz auf die tollen zeichnerischen Leistungen“, zeigt sich Birte Menzler erfreut. Zu den Motiven hat eine Arbeitsgruppe kurze Info-Texte erarbeitet.

25 Cent Mindestlohn

Hinter den Kulissen verkaufte die Buchhaltung Anteilsscheine - zehn Euro kostet eine Aktie der Schülerfirma. Ziel ist es, den Anlegern das Geld am Ende des Schuljahres zurückzuzahlen, also Gewinn zu erwirtschaften. Zwischen den Treffen der einzelnen Arbeitsgruppen planten die Schülerinnen und Schüler immer wieder Zeit für Konferenzen ein, um ihr Vorgehen zu besprechen - wie in einer richtigen Firma.

Die „Mitarbeiter“ erhalten auch einen Lohn - 25 Cent pro Stunde, das ist die Mindestvorgabe. Außerdem mussten sie sich bei „Junior“ registrieren und regelmäßig Protokolle und Rechnungsabschlüsse hochladen. „ Sie lernen hier teilweise schon Grundlagen eines BWL-Studiums“, stellt Carsten Schäfer schmunzelnd fest. Tatsächlich geht es schon in der Schülerfirma um Steuern und Zinsen. Sobald diese Aktion abgeschlossen ist, wollen sich die jungen Unternehmer an die Umsetzung eines zweiten Projekts machen.

„Mit diesem Projekt ergänzt JuLiMa die bereits bestehenden Schülerfirmen mit einem ganz neuen Konzept“, freut sich auch Schulleiter Robert Gassner. Die Fair-Trade-AG, unterstützt von der Dr.-Heinz-Möller-Stiftung, ist die wohl älteste Schülerfirma des Korbacher Gymnasiums. Außerdem gibt es eine Projektgruppe der Schülervertretung, die beim Basar neue Schulkleidung auf den Markt bringen wird.

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