Stadtkrankenhaus Korbach ist zertifiziertes Endoprothetikzentrum

Sicherer zur neuen Hüfte

Das Korbacher Stadtkrankenhaus ist zertifiziertes Endoprothetikzentrum (von links): Leitender Oberarzt Dr. Thilo Walter, Chefarzt Dr. Hubert Bölkow, Geschäftsführer Christian Jostes mit dem Zertifikat, Pflegedienstleiterin Gerlinde Stremme und Oberarzt Dr. Filip Vesely. Foto: pr

Korbach - Das Korbacher Stadtkrankenhaus darf sich zertifiziertes Endoprothetikzentrum nennen - als bislang zweites Krankenhaus in Nordhessen neben der Orthopädischen Klinik in Kassel.

Der Eingriff ist Routine: Allein gut 200 Hüftprothesen im Jahr implantieren die Mediziner der Abteilung für Orthopädie, Unfallchirurgie und Wirbelsäulenchirurgie um Chefarzt Dr. Hubert Bölkow bereits jetzt. Das neue Zertifikat soll helfen, die Qualität bei der Implantation künstlicher Knie-, Hüft- und Schultergelenke weiter auszubauen und zu sichern.

Ausgewiesene Hauptoperateure müssen bei der Operation dabei sein

„Für unsere Patienten bedeutet die Zertifizierung und ständige Überwachung durch die Fachgesellschaften noch mehr Sicherheit in der Behandlung“, erklärt Michael Ricken, zuständig für das Qualitäts- und Prozessmanagement des Krankenhauses. Eine der Vorgaben: Künstliche Gelenke dürfen nur mit ausgewiesenen Hauptoperateuren implantiert werden, die sich zu regelmäßigen Weiterbildungen verpflichten und in den vergangenen vier Jahren mindestens 50 solcher Operationen vorgenommen haben.

Um die strengen Kriterien zu erfüllen, haben sich die Mitarbeiter der Klinik ein Jahr auf die Zertifizierung vorbereitet. „Die Hürden sind sehr hoch“, sagt Geschäftsführer Christian Jostes. Zwei Tage lang überprüfte schließlich ein Auditorenteam die Korbacher Klinik auf Herz und Nieren.

Die Experten schauten sich den gesamten Ablauf an vom ersten Kontakt mit den Patienten, der Operation selbst, bis hin zur Entlassung. „Schon bei der Aufnahme muss feststehen, wie die Anschlussheilbehandlung aussieht“, sagt Dr. Thilo Walter, Leitender Oberarzt der Orthopädie.

Seit Anfang des Monats darf sich das Stadtkrankenhaus nun offiziell Endoprothetikzentrum nennen. Mit dem Status weist die Klinik jetzt nach, dass sie die wesentlichen, wissenschaftlich belegbaren Vorgaben für eine sichere und qualitativ hochwertige medizinische Versorgung der Patienten beim künstlichen Gelenkersatz erfüllt. Die Klinik kann sich auf ihren Lorbeeren aber nicht ausruhen. Das Zertifikat ist nur drei Jahre lang gültig und muss dann erneuert werden. Jährlich findet außerdem ein sogenanntes Überwachungsaudit statt. Dabei wird überprüft, ob der Qualitätsstandard gehalten und die Prozesse weiterentwickelt wurden.

Die Zertifizierung ist auch eine Investition in die Zukunft des Krankenhauses: Laut Dr. Thilo Walter ist es wahrscheinlich, dass künftig nur noch zertifizierte Endoprothetikzentren entsprechende Operationen durchführen dürfen. (Lutz Benseler)

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