Korbach: Einsatz von Kehrmaschinen und Anwohnern gefragt

Silvesternacht hinterlässt Müllspuren

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- Korbach (resa). Nach dem schönen Feuerwerk am Himmel ärgern sich viele Korbacher über unschöne Folgen: Müll prägt das Stadtbild. Wo die Kehrmaschine nicht hinkommt, sind Anwohner selbst zum Säubern der Bordsteine und Straßen verpflichtet.

Pappkartons, Reste von Silvesterböllern, Plastikverpackungen und aufgeweichte Pappen: In Korbachs Straßen und auf den Bordsteinen sind die Spuren der Silvesternacht auch zwei Tage danach noch deutlich zu sehen. „Die Kehrmaschine ist komplett ausgelastet“, sagt Karl-Wilhelm Gemmecker von der Stadt Korbach. Wie immer fährt sie innerhalb einer Woche die ganze Stadt ab. Bis zum Wochenende also sollte zumindest auf den großen Straßen der Kernstadt wieder Ordnung eingekehrt sein. „Es gibt aber Straßen, die die Kehrmaschine nicht befahren kann“, erklärt Gemmecker, „aus Platzgründen oder wegen der Pflasterung“. Und auch in den Ortsteilen ist die Kehrmaschine nicht im Einsatz.

„Natürlich appellieren wir an die Verursacher“, sagt Gemmecker, „und bitten sie, ihren Müll auch wieder mitzunehmen“. Aber das geschieht in den seltensten Fällen. Und dann müssen die Anwohner die Zäh-ne aufeinanderbeißen. „Wie beim Winterdienst sind Anwohner für ihre Bordsteine verantwortlich“, sagt Karl-Wilhelm Gemmecker. Außerdem müssen Hausbesitzer dem Gesetz nach auch die Hälfte der Straße im Auge haben. Schlamm, Gras oder Unrat sollten von der Straße entfernt werden. In einigen Fällen sei das nicht realistisch, räumt der Experte der Stadt ein, zum Beispiel wenn die Straßen stark befahren sind. In diesen Fällen kommt aber meist früher oder später die Kehrmaschine. Aus der Reinigungspflicht entlässt das städtische Aufräumkommando die Anwohner aber nicht.Unterstützung bekommen die Korbacher aber auch, wenn es um gröberen Müll geht. Elektrogeräte dürfen nicht über den Hausmüll entsorgt werden, und auch am Glascontainer – wie in der Gießener Straße – sind sie fehl am Platz und ziehen den Ärger der Anwohner auf sich.

„Wir bieten eine Sperrmüllabfuhr an“, erklärt Gemmecker. Abfahrkarten gibt es sowohl im Rathaus als auch unter www.korbach.de. Alle 14 Tage ist der kostenlose Dienst unterwegs und holt auf Anmeldung auch sehr große Elektrogeräte wie Waschmaschinen oder Kühlschränke ab.„Außerdem haben wir an der Frankenberger Landstraße eine Abgabestelle für kleinere Elektrogeräte eingerichtet“, erinnert Karl-Wilhelm Gemmecker. Wo im Sommer und Herbst Strauchschnitt entgegengenommen wird, können freitags von 14.30 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 17 Uhr in dafür vorgesehenen Behältern kleine Geräte entsorgt werden. Größere werden auch am Deponiegelände in Flechtdorf entgegengenommen – montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 14.30 Uhr. Belohnt werden die Korbacher mit einem freien Blick – statt des Ärgers wegen der Müllberge.

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