Korbach

„Sind fast überrollt worden“

- Korbach (jk). Der Westring sorgt an heiklen Stellen weiterhin für Ärger bei Anwohnern und Autofahrern: Gefährliche Ausfahrten, fehlende Überwege stehen auf der Mängelliste.

„Bis heute ist hier nichts geschehen“, wetterte Hubert Thorwirth (FWG) vorige Woche im Stadtparlament: Kürzlich wären „meine Frau und ich fast überrollt worden“, weil ein Lastwagen mit Hänger ins Schlingern geraten war, schilderte der Stadtverordnete drastisch. Der Westring gehört zum dreistufigen Ringsystem, mit dem sich die Kreisstadt im Grunde sehr gut auszeichnet: Bundesstraßen außen herum, Südring/Westring/Nordring innen als Verteiler, dazu der Altstadtring im historischen Zentrum. Mit den Kreiseln rund um Einkaufsmeile und Parkhäuser formt die Stadt seit zwei Jahren zusätzlich an einem Innenstadtring. Der Westring hat jedoch Schwächen: Wenn sich zwei Lkw oder Busse begegnen, dann wird’s eng. Für weitere Verkehrsbelastung auf dem Westring sorgt seit Jahren die gesperrte Kreisstraße zwischen Lengefeld und Lelbach. Überdies ist die Kreuzung von Westring und Schlesischer Straße ein Nadelöhr, wie Thorwirth geltend macht. Wer rechts abbiegen will hinauf Richtung Heinemann muss in der Praxis oft bis auf die Gegenfahrbahn ausscheren. Zudem ist das Überqueren für Fußgänger schwierig. Im Januar gab es deshalb einen Ortstermin zwischen Anwohnern und Stadtverwaltung, wie Ordnungsamtschef Carsten Vahland bestätigte. Neben regelmäßigen Tempokontrollen arbeite das Bauamt derzeit an einer Lösung für die Kreuzung an der Schlesischen Straße. Doch „der Westring ist eine Landesstraße“, erklärt Vahland. Deshalb sei die Stadt auf Mitarbeit von Polizei und staatlichem Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) angewiesen. Zusätzliche Mittelinseln für Fußgänger sind auf dem Westring derweil nicht möglich. Dazu ist „der Straßenquerschnitt zu gering“, betont Vahland. Die seit fünf Jahren anhaltende Sperrung der Kreisstraße zwischen Lengefeld und Lelbach steht ohnehin kaum im Ermessen der Stadt Korbach: Bei dieser schier unendlichen Geschichte sind nach wie vor Landkreis und Straßenbaubehörde gefordert. Doch die Stadt ist am Ball, versicherte Vahland. Vorschlag von Thorwirth zur Entschärfung am Westring: „Ich gehe davon aus, dass dies nur über eine Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 30 möglich ist.“ Am 29. November wollen die Freien Wähler das Thema bei einem Bürgergespräch in der Gaststätte des benachbarten Kleingartenvereins Rhenaer Weg noch mal auftischen.

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