Willingen

Skisportler und Senioren leben unter einem Dach

- Willingen (nv). Sich fit zu halten ist für Leistungssportler und Senioren wichtig. Voneinander lernen können sie seit 1. März im Seniorenwohn- und Pflegezentrum in Willingen. Dort ist übergangsweise das Ski-Internat untergebracht.

Wenn Paul Winter und Christian Schirrmeister in der Trainingsjacke, die Schul- und Sporttasche über der Schulter im „Haus am Kurpark“ unterwegs sind, ist das für die Bewohner nichts besonderes. Die zwölf- und fünfzehnjährigen Skispringer gehören dazu. Sie essen mit ihnen und schauen beim Kartenspiel schon mal über die Schulter.

„Wir sind mit dieser Lösung sehr zufrieden“, betont Walter Frosch, Präsident des Ski-Clubs Willingen und Vizepräsident des Hessischen Skiverbandes, der das Internat betreibt. Nach dem Verkauf des Hotels „Wald-Eck“ im Hoppecketal, wo die Sportler seit 2007 untergebracht waren, war die Zukunft des 1979 eröffneten Internats zunächst ungewiss. Zahlreiche Standortwechsel und geringe Nachfrage hatten bereits Mitte der 90-er Jahre zu einer Pause des Betriebs geführt.

„Spätestens ab den Jugendklassen muss aber professionell trainiert werden“, berichtet Frosch. „Sonst haben wir gegenüber anderen Landesverbänden keine Chance“, verweist er zum Beispiel auf Eliteschulen in Thüringen und Bayern. Interesse am Internat besteht daher vor allem bei Sportlern anderer hessischer Vereine, die zum Beispiel in der Rhön oder im Vogelsbergkreis Zuhause sind. Aber auch für die Uplandschule als Eliteschule des Sports ist der Erhalt des Internats von großer Bedeutung. Je mehr Sportler desto besser.

„Wir fördern den Leistungssport seit vielen Jahren und die Gesamtschule ermöglicht den Sportlern einen Schulabschluss jeder Art“, hebt die stellvertretende Schulleiterin Ilse Klingenberg hervor. Die Lage des Internats gegenüber der Schule sei optimal. „An einer Eliteschule sollen zwischen Schule, Wohnhaus und Trainingsstätten maximal 20 Minuten Weg liegen“, erläutert die Pädagogin. Schulprojekte mit Senioren Pluspunkte sind für sie allerdings nicht nur Schulnähe und Ausstattung der Einzelzimmer mit Bad, Balkon und Internet, sondern vor allem die Zusammenführung von Jung und Alt und das damit verbundene soziale Lernen. „Meine Kollegen überlegen sich schon weitere Projekte, mit denen wir die Zusammenarbeit vertiefen können.“

Da es laut Frosch weitere Interessenten für Internatsplätze gibt, arbeiten Bildungswerk, HSV und Ski-Club Willingen derzeit an einer langfristigen Lösung. Dazu soll die ehemalige Pension Kramer-Müllen in direkter Nachbarschaft des Wohn- und Pflegezentrums, die ebenfalls in Besitz des Sozial- und Bildungswerks ist, grundlegend saniert werden. „Wir hoffen, dass der Umzug noch 2010 erfolgen kann.“

Mehr lesen Sie in der WLZ-Zeitungsausgabe vom 27. März 2010.

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