Bürgermeisterwahl in Vöhl: Fünf Fragen an die Kandidaten

Wie soll Platz im Rathaus entstehen?

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Im Vöhler Rathaus herrscht Platznot. Fünf neue Büros sind nach einer Mäuseplage im Nebenhaus und neuen Brandschutzvorschriften nach Berechnungen der Verwaltung nötig.

Vöhl - Der Platz im Vöhler Rathaus ist eng geworden: Im Nebenbau herrscht eine Mäuseplage und neue Brandschutzauflagen erwarten das Hauptgebäude. Wie wollen die Bürgermeisterkandidaten Volker König, Matthias Stappert und Bianca Steinkamp dieses Problem lösen?

Der Wahlkampf in Vöhl startet in die vorerst letzte Runde. Die Heimatzeitung hat Ihnen, liebe Leserinnen und Lesern, die drei Kandidaten im Porträt, über persönliche Fragebögen und auf Wahlkampftour vorgestellt. Mit einer fünfteiligen Fragenserie zu Themen, die die Großgemeinde Vöhl bewegen, begleiten WLZ-FZ ihre Leser in der Wahlwoche. Zum Auftakt haben wir die Kandidaten nach ihren Lösungsvorschlägen für den Platzmangel im Rathaus befragt.

Volker König

Das Nebengebäude, wo sich Finanzabteilung und Kasse befanden, muss abgerissen werden. Die Räume im alten Rathaus reichen nicht aus, zumal das Dachgeschoss, wo das Bauamt eingerichtet ist, aus Brandschutzgründen ebenfalls nicht mehr genutzt werden kann. Angesichts dieser Situation muss etwas geschehen. Zurzeit werden vier Alternativen diskutiert. Einen Neubau auf der „grünen Wiese“ lehne ich ab, weil wir dann zusätzlich für eine angemessene Nutzung des alten Rathauses zu sorgen hätten. Vor derselben Aufgabe würden wir stehen, wenn die Verwaltung in die Schule im Schlosspark umziehen würde, deren Umbau auf etwa eine Million geschätzt wird. Diskutiert wird auch eine Auslagerung von einigen Abteilungen in anzumietende Räume.

Dies würde aber die recht teure Einrichtung und Unterhaltung einer zusätzlichen Datenverbindung ins Rechenzentrum nach Kassel ebenso bedeuten wie eine Aufteilung und ineffizientere Arbeit der Verwaltung. Auf lange Sicht gesehen wäre das recht teuer. Deshalb favorisiere ich nach meinem jetzigen Kenntnisstand einen Anbau an das bestehende Gebäude. Nach den vorliegenden Plänen würden dann auch alte und körperlich eingeschränkte Menschen ihre Angelegenheiten persönlich regeln können.

Matthias Stappert

Ohne Zweifel: Zurzeit kann man wirklich nicht von optimalen Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter sprechen. Es besteht Handlungsbedarf, denn die Gemeinde muss auch als Arbeitgeber attraktiv bleiben, will sie nicht gute Leute an andere Standorte verlieren. Aber gleichzeitig haben wir noch weitere Aufgaben und in der Abwägung ist mir der Ausbau der Kinderbetreuung im Moment einfach wichtiger als ein Rathausanbau für etwa 700000 Euro mit entsprechenden Folgekosten. Nach den mir vorliegenden Informationen tendiere ich daher zur Anmietung und Einrichtung von ortsnahen Büroräumen.

Dies ist barrierefrei zu realisieren, vergleichsweise kostengünstig und würde gleichzeitig die Arbeitsfähigkeit der Verwaltung mit kurzen Dienstwegen gewährleisten.

Zudem könnte die Gemeinde damit auch einen sinnvollen Beitrag bei der Beseitigung von Leerständen leisten. Aber selbstverständlich entscheidet darüber letztlich die Gemeindevertretung und im Falle meiner Wahl würde ich als Bürgermeister natürlich jede Entscheidung ordnungsgemäß umsetzen.

Bianca Steinkamp

Das Vöhler Rathaus ist ein historisches Gebäude, welches auf jeden Fall bestehen bleiben muss. Die Frage ist: ein Anbau oder zum Beispiel die leer stehende Schule nutzen?

Meiner Meinung nach sind die Sanierungskosten der Schule zu hoch, oft steckt der Teufel im Detail. Ein funktionstüchtiger, barrierefreier und bürgernaher Anbau ist in meinen Augen am sinnvollsten - im Idealfall so, dass auch Parkmöglichkeiten entstehen, denn das ist hier ein großes Problem.

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