Korbach

"somepeopledrown" gewinnt Bandcontest

- Korbach (ahi). Für die Korbacher Band "Somepeopledrown" ist es ein Erfolgsjahr: Erst vor einigen Wochen brachten die sympathischen Musiker ihre erste Platte auf den Markt, am Freitagabend setzten sie sich dann gegen die Konkurrenten beim Bandcontest im Jugendhaus durch - eine knappe Entscheidung.

Eine echte Überraschung war der Sieg von „somepeopledrown“ nicht gerade. Doch bis zum rundum überzeugenden „Stück 2“, bei dem sich die sechs Korbacher noch einmal selbst übertrafen, schien der Erfolg eines Herausforderers beim Finale im Korbacher Jugendhaus durchaus denkbar.

Denn alle Bands hatten sich gegenüber der Vorrunde gesteigert. Eine besonders: „Ray Stress“ setzte mit umgekrempelten Arrangements voll auf Sieg.

Aufgrund ihres durchweg hohen musikalischen Niveaus war die Korbacher Band – Nico Lindenberg, Andreas Mourao dos Santos, Tobias Stummer (alle Gitarre), Christoph Böttner (Bass) und Jo Dierks (Schlagzeug) – mit den anspruchsvollen Klängen als Favorit in den Wettbewerb gegangen. Andererseits konnten sich die teilweise komplexen Kompositionen auch als Hürde beim schnellen Kontakt mit dem Publikum erweisen.

Infolgedessen setzten „Invac“ und „Feign Death“ von Beginn an auf Interaktion. Mit heftigen Riffs und gewaltigen Shouts brachten die beiden Metalbands ihren pogofreudigen Zirkel schnell auf Touren, doch der Wirbel vor der Bühne erweiterte sich nicht wesentlich. Dabei konnte der Vorjahreszweite „Feign death“ in Vollbesetzung mit bestechender Präzision und ausgefeilten Kompositionen wie „About a life lost“ überzeugen.

Doch sobald „Ray Stress“ seinen Set mit dem heiteren Endzeit-Funspektakel „2012“ eröffnete, wurde deutlich, dass der Zweikampf um den Titel gerade erst begonnen hatte. Und nach zwei Bands mit quasi unverständlichem Gesangsteil hatten die Gute-Laune-Rocker mit Tiefgang auch leichtes Spiel beim Publikum, das auf Titel wie „Zieh die Tanzschuhe an“ auch eifrig einstieg. Neue Arrangements und die ausgewogenere Aufteilung der Vocal Duties zwischen Ray Stress und Oliver Claas brachten zusätzlichen Schwung in Muntermacher und nachdenklichere Lieder wie „Der Punkt“. Doch die finalen Songs wie „Zerrissen“ und „Geh doch“ waren wohl noch in der Mauser und klangen nicht ganz so überzeugend.

Und gerade bei ihrem Finale übertrafen sich „somepeopledrown“ selbst. Das vielschichtige Stück 2 mit seinen psychedelischen Einschüben und melancholischen Trompetenmoods war schon in der Vorrunde das Prunkstück der Korbacher Band gewesen. Doch in der Endrunde gelang den sechs Virtuosen eine optimal ausdifferenzierte­ und ausbalancierte Version ihres musikalischen Meisterstücks. Von daher ein verdienter Sieg über den erfrischend frechen Herausforderer.

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