Arbeitskreis Innenpolitik und Minister informieren sich über Eliteschule des Sports

Sommerreise im „Sportland Hessen“

Willingen - Sommerreise im „Sportland Hessen“: Der Arbeitskreis Innenpolitik der Landtagsfraktionen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen ist in dieser Woche im Landkreis Waldeck-Frankenberg unterwegs. Mit dabei: Staatsminister Peter Beuth und Staatssekretär Werner Koch (Ministerium des Innern und für Sport).

„Schule und Sport“ war das große Thema, um das es am Donnerstagnachmittag beim Besuch der Willinger Uplandschule, einer von zwei hessischen Eliteschulen des Sports, ging. Die kooperative Gesamtschule zeichnet sich durch ihr breites Bildungsangebot aus, das von der Grundschule über den Haupt- und Realschul- bis hin zum Gymnasialzweig mit Oberstufe reicht. Schulleiterin i.V. Ilse Klingenberg zeigte die Entwicklung der UPS auf. Sie wies darauf hin, dass es schon lange vor der 2005 erfolgten Zusammenlegung der früheren Mittelpunktschule und des Gymnasiums sportlich interessierte und äußerst erfolgreiche Schüler gab, die auf nationaler und internationaler Ebene von sich reden machten. Beim Landesentscheid „Jugend trainiert für Olympia“ belegt die Uplandschule seit 1975 fast jedes Jahr erste Plätze im Skilanglauf und nimmt regelmäßig mit respektablen Ergebnissen am Bundesentscheid teil. Schülerinnen und Schüler der UPS sorgen jedoch nicht nur im Langlauf, sondern auch im Biathlon und Skispringen für positive Schlagzeilen als Deutschlandpokal-Gesamtsieger, deutsche Jugend- und Juniorenmeister und sicherten sich schon wiederholt Medaillen bei internationalen Wettkämpfen. Zu den Aufgaben der drei Lehrertrainer gehört es, sportlich begabte Schüler zu finden, sie zu trainieren und in enger Zusammenarbeit mit dem Skiclub zum Erfolg zu führen. Neben der Förderung des Leistungssports ist es ein Anliegen der Eliteschule, den Leistungssportlern besondere schulische Unterstützung zu gewähren, da sie wegen des Trainings und der Teilnahme an Lehrgängen und Wettkämpfen speziell in den Wintermonaten sehr oft fehlen. Das Angebot wird vervollständigt durch die Unterbringungsmöglichkeit im Internat und gute Trainingsbedingungen. Als wichtiges Ziel nannte Ilse Klingenberg den Erhalt der gymnasialen Oberstufe, der nicht nur im Interesse der Leistungssportler liegt, sondern auch für die Mehrheit der Schüler, die keinen Leistungssport betreibt, von herausragender Bedeutung ist. Um die Schülerzahlen zu halten und die sportliche Nachwuchsförderung nicht zu gefährden, ist es ein dringendes Anliegen, die Finanzierung der Fahrtkosten für die Schüler, die aus dem Raum Brilon zur Uplandschule kommen, zu sichern. Wie berichtet, übernehmen das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Brilon diese Kosten nicht mehr. Die Eltern müssen in Zukunft selbst jährlich 800 bis 900 Euro zahlen. „Einige Familien können das nicht aufbringen. Obwohl sie gern die Uplandschule als Schule ihrer Kinder sähen, müssen sie sie abmelden oder können sie gar nicht erst anmelden.“ Ilse Klingenberg appellierte an die Landesregierung, bei der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten der Buslinien behilflich zu sein. „Wir müssen auf höchster Ebene eine Regelung finden, wie das Problem zu lösen ist“, erklärte dazu MdL Armin Schwarz.Lehrertrainer Michael Schulenberg stellte das Konzept zur Förderung der Leistungssportler vor, der Leiter des Olympia-Stützpunkts Willingen/Winterberg, Thomas Grellmann, beleuchtete den sportlichen Hintergrund. Beide nannten interessante Zahlen und Fakten. Die Uplandschule hatte im kürzlich zu Ende gegangenen Schuljahr 716 Schüler, die von 63 Lehrern unterrichtet wurden. Es stehen zwei Turnhallen, ein Kleinsportfeld und ein Kraftraum zur Verfügung. Im Ski-Internat gibt es zwölf Plätze. Die Leistungssportler müssen ein straffes Programm absolvieren, das Michael Schulenberg am Beispiel von Tom Gombert verdeutlichte. Aufgrund von Lehrgängen und Wettkämpfen fehlte der Jugendliche im Schuljahr 2013/14 an 48 Tagen in der Schule. Dadurch entstehende Defizite werden mit entsprechendem Förder- und Ergänzungsunterricht aufgefangen. Die Verantwortlichen der Schule hoffen, dass es gelingt, im Interesse der jungen Leistungssportler ein neu entwickeltes Modell zur Schulzeitstreckung so schnell wie möglich umzusetzen. Die Talentsichtung soll bis in den Raum Sachsen-Anhalt und Niedersachsen erweitert werden. „Der Bundesstützpunkt Willingen/Winterberg soll ein Sammelbecken für alle skisportlichen Talente der Nordverbände werden“, so Thomas Grellmann. Von Ulrike Schiefner

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