Korbach: Christliche Gemeinden laden bis zum 9. Juni zur Ausstellung ein

Den Sonntag neu entdecken

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Im Sessel Platz nehmen und mal nichts hören: Die Ausstellung „Mach mal Sonntag“ lädt bis zum 9. Juni dazu ein, den Sonntag neu zu entdecken und an der Meinungswand Stellung zu beziehen.

Korbach - „Mach mal Sonntag“ fordern die christlichen Gemeinden in Korbach die Besucher einer Ausstellung seit Donnerstag auf. In der Kilianskirche sind die Korbacher eingeladen, sich zu erinnern und Meinung zu beziehen.

Gottesdienst und Tatort, Braten und Torte und manchmal auch Zeit, die sich wie Kaugummi zieht: Seit Donnerstag dreht sich bei einer Ausstellung in der Kilianskirche alles um den Sonntag. In der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) haben die Korbacher Gemeinden ein Ausstellungskonzept mit dem Namen „Mach mal Sonntag“ entwickelt. „Wir wollen den Sonntag wieder ins Gespräch bringen“, erklärte­ Dekanin Eva Brinke-Kriebel bei der Eröffnung am Donnerstag, „nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern als positive Werbung“.

Gar nicht so einfach in einer Stadt, die von der Conti geprägt sei, wo eben auch sonntags die Maschinen laufen, räumte Initiator Pfarrer Markus Heßler ein. Als Hansestadt habe Korbach natürlich auch das Interesse der Wirtschaft im Blick, ergänzte er, und dann würden sonntags eben auch mal die Geschäfte öffnen. „Wir wissen also, dass wir den Sonntag differenziert sehen müssen“, erklärte Heßler. Aber trotz der Klippen habe die Arbeitsgemeinschaft diese Ausstellung ins Leben rufen wollen. „Denn wir sollten uns alle gemeinsam Sorgen um den Sonntag machen“, erklärte Heßler, „und uns über den Schatz, den wir mit dem Sonntag haben, neu klar werden.“

Provozieren und zum Nachdenken bringen will die interaktive Ausstellung nun. Sie fragt nach der Schöpfungsgeschichte, dem Wert des Sonntags, nach gesellschaftlicher Veränderung, Sonntagsdienst und Shoppingtouren, nach Kleiderordnungen und Familienausflug und damit auch nach persönlichen Erinnerungen.

Wer mag, kann im Sessel Platz nehmen, die Kopfhörer aufsetzen und einfach mal nichts hören – die Sonntagsruhe nennen das die Macher der Ausstellung. Besucher können an der Meinungswand Aussagen zum Sonntag selbst bewerten: „Sonntags dürfen die Geschäfte öffnen“ – ob die Aussage einen roten oder einen grünen Zettel bekommt, entscheidet jeder selbst.

Ganz persönliche Kindheitserinnerungen an den Sonntag werden in der Ausstellung ebenso formuliert und in kleinen Szenen dargestellt.

Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Sie endet mit dem ökumenischen Fest am Pfingstmontag. (resa)

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