Generation 50plus lernt in Volkshochschule richtigen Umgang mit Computer

Spannung vor dem ersten Mausklick

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- Korbach (tt). Manche brauchen es für die Arbeit, andere um mit den Enkeln in Kontakt zu bleiben. Doch eines haben die Teilnehmer des PC-Kurses für die Generation 50plus gemeinsam: Sie haben noch nie mit einem Computer gearbeitet – es sind erste Gehversuche.

„Um den Monitor einzuschalten, drücken sie bitte den Knopf ganz rechts“, sagt Kunigunde Kegel zu ihren Schülern. Eine scheinbar banale Aufgabe, doch nicht für jeden der Kursteilnehmer sofort zu lösen. Manch einer sucht auf der Tastatur nach dem richtigen Knopf, andere durchforsten den Rechner. Doch woher sollen es die Kursbesucher auch wissen, wenn heute der Tag ist, an dem sie das erste Mal einen Computer bedienen und an dem sie das erste Mal direkt erleben, was passiert, wenn sie eine Maus bewegen?

Genau für solche Fälle bietet die Volkshochschule PC-Starterkurse für die Generation 50plus an. „Vor Jahren wurde prognostiziert, dass Kurse dieser Art bald nicht mehr gebraucht würden, doch die Nachfrage ist nach wie vor sehr hoch“, erklärt Harald Schulz, stellvertretender Leiter der Volkshochschule Waldeck-Frankenberg.

Auch zum Start ins Semester sind die Kurse von Lehrerin Kunigunde Kegel ausgebucht. Heute haben zehn Teilnehmer den Weg in die neuen Räumlichkeiten der VHS in der Briloner Landstraße gefunden – und das aus den unterschiedlichsten Gründen, wie sich in der Vorstellungsrunde zeigt. „Ich bin neugierig, was man mit dem Computer alles zustande bringen kann“, sagt Horst Arnold. Er habe die moderne Technik an der Arbeit nie gebraucht, jetzt gehe es ihm auch darum, selbstständig nach Urlaubszielen zu suchen. Edith Frankenstein will nach dem Kurs Fotos von der Digitalkamera am PC betrachten können, bei anderen geht es um den Kontakt mit den Enkelkindern über E-Mail oder auch die Nutzung des Computers an der Arbeit. Der jüngste Teilnehmer ist 45 Jahre alt.

Viele haben vorab versucht, sich von den Kindern oder Enkelkindern das Arbeiten mit dem Computer erklären zu lassen. „Doch die setzen Dinge voraus, die für mich fremd sind“, sagt Edith Frankenstein. Genau das Problem hört Kunigunde Kegel oft. Für die meisten sei der Umgang mit dem Computer normal, „da greift dann jeder anstatt zu erklären selbst in die Tastatur“. Doch so könnten die Hilfesuchenden nichts lernen.Deshalb geht es bei der Lehrerin für Informationsverarbeitung auch „bei Null los“, zwar nicht mit Adam, dafür aber mit dem EVA-Prinzip: Eingabe, Verarbeitung und Ausgabe.

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