Knapp 400 Drachen aller Größenordnungen beim zweiten Drachenfestival am Himmel über Willingen

Spiel mit dem Wind am Ettelsberg

Willingen - Ja, ist denn schon Herbst? Die zweite Auflage des Drachenfestivals hat am Wochenende wieder Tausende nach Willingen gelockt.

Zunächst einmal die – wer schwache Nerven hat, sollte besser nicht weiterlesen – brutale Wahrheit: Damit die riesigen, bunten Motivdrachen überhaupt die Lüfte erobern können, müssen Dutzende Plüschtiere ihr Leben lassen. „Wir schneiden sie auseinander, zeichnen die einzelnen Teile ab und rechnen die Maße hoch“, erklärt Markus Münstermann vom Drachenclub Paderborn. Das Ergebnis sind überdimensionale Schnittmuster, nach deren Vorbild die Drachen geschneidert werden.

Knapp 400 Drachen aller Größenordnungen waren am Wochenende am Himmel über Willingen zu sehen, fast alle „Marke Eigenbau“. Drachenbauer aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz hatten ihre Fluggeräte mitgebracht. Das Lenkdrachenteam „just for fun“ aus Wolfsburg zeigte Choreografien, und auch die japanischen Kampfdrachen „Rokkaku“ eroberten die Lüfte.

„Willingen ist für Drachenlenker eine Herausforderung, weil wir hier keinen konstanten Wind haben“, sagt der Paderborner Meik Schlenger. Böen erhöhen am Ettelsberg die Gefahr von Kollisionen. Auch wenn das Wetter herbstlich war, Karl-Ulrich Körtel aus Rotenburg an der Fulda räumt mit einem Mythos auf: „Drachenfliegen geht das ganze Jahr, wir haben Saison von Januar bis Dezember.“

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