Erster Platz bei Wettbewerb zu Pressefreiheit für Klasse der Alten Landesschule

Spielerischer Zugang überzeugt Jury

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Urkunde, Verkaufserlös und Lob: Die Schüler der alten 8b belegten beim Wettbewerb, den Kulturstaatsminister Bernd Neumann ausgerufen hatte, den ersten Platz. Schulleiter Robert Gassner und Referendar Mario Sauerland (v.r.) gratulierten.

Korbach/Berlin - Da staunten sie nicht schlecht: Als in der vergangenen Woche 29 ALS-Schüler nach Berlin reisen, wissen sie noch nicht, wieso genau. Im Bundeskanzleramt wird dann klar: Sie haben den ersten Preis bei einem bundesweiten Wettbewerb belegt.

„Der Jubel war echt groß“, berichten die Schüler der Alten Landesschule, nachdem sie von ihrer Reise zurückgekehrt sind und nun wieder die Schulbank drücken. Lehrerin Carolin Comtesse, die inzwischen nicht mehr an der ALS unterrichtet, hatte die Schüler im vergangenen Schuljahr davon überzeugt, an dem bundesweiten Schülerwettbewerb „Pressefreiheit - was geht mich das an?“ teilzunehmen.

„Wir haben uns im Unterricht sowieso mit Medien beschäftigt“, erinnert sich Schülerin Larissa Atschon. Die damaligen Achtklässler entscheiden sich, sich spielerisch dem Wettbewerbsthema zu nähern. In der 8b formen sich mehrere Expertengruppen. Während die einen das nötige Material für das Spielbrett besorgen, beschäftigen sich andere mit der Anleitung, den Spielfiguren, den Aktionskarten und - ganz journalistisch - der Recherche. In rund einem Monat entsteht so nach und nach das ausgezeichnete Brettspiel, berichtet Schülerin Lea Krüger. Auch Freistunden investieren die Sieger zudem.

Presse in anderen Ländern

Ziel des Spiels: Als Erster ins Ziel gelangen. Mehrere Aktionsfelder sind über den Spielplan verteilt und informieren die Teilnehmer über den weltweiten Stand der Pressefreiheit. China, Bahrain, Sudan - viele Länder, in denen Medien unterdrückt oder staatlich gelenkt werden, sollen in den Fokus der Spieler rücken und für Aha-Momente sorgen.

Das Konzept und die Umsetzung überzeugten die Jury, die sich aus Journalisten von Stern, Thüringer Allgemeine und Sindelfinger/Böblinger Zeitung zusammensetzte. Sie lobten die Herangehensweise, den „oft beschwerlichen Alltag eines Reporters“ auf „amüsante und spielerische Art“ zu vermitteln.

Gemeinsam mit Referendar Mario Sauerland ging es Ende vergangener Woche in die Hauptstadt. Neben dem Besuch des Deutschen Filmmuseums und des Bundeskanzleramtes bleibt den Schülern vor allem die offizielle Preisübergabe in Erinnerung, bei der sie kurz ihr Projekt vorstellen durften und für einen Moment zu kleinen Stars wurden. Zu Journalisten waren im Rahmen des Wettbewerbs zuvor drei Korbacher Teilnehmer geworden: Sie arbeiteten in Berlin an der Projektzeitung mit und entwarfen eigene Artikel.

Spiel an Verleger verkauft

Neben Ruhm und Ehre hat sich die Fahrt auch finanziell für die 14- bis 16-Jährigen gelohnt. „Ein Verleger aus Heidelberg hatte Interesse an dem Spiel. Wir haben es ihm für 300 Euro verkauft und können damit nun eine Klassenfete organisieren“, berichtet Referendar Sauerland zufrieden und mit einem breiten Grinsen.

Hintergrund

Der Schülerwettbewerb der „Nationalen Initiative Printmedien“ wendet sich an Schulklassen der Jahrgangsstufen 5 bis 11, die zu einem jährlich wechselnden Thema Arbeiten einreichen können.

Voraussetzung ist, dass sie einen Bezug zu Zeitungen oder Zeitschriften haben. Die siegreichen Schulklassen, von denen drei von einer Jury bestimmt werden, gewinnen eine zweitägige Reise nach Berlin.(r)

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