Prävention: Aktionstag zur Glücksspielsucht in der Korbacher Fußgängerzone

Spielsüchtige zocken bis zum Ruin

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„Bitte nicht füttern“: Andreas Fux von der Fachberatung für Glücksspielsucht informiert gemeinsam mit seiner Kollegin Ulrike Ritter über die Gefahren des Glücksspiels.

Korbach. - Wenn aus Spiel Sucht wird: Ein hessenweiter Aktionstag hat am Mittwoch auf die Gefahren der Glücksspielsucht aufmerksam gemacht. In Korbach waren Mitarbeiter des Diakonischen Werks unterwegs.

Mit dem Hinweis „Bitte nicht füttern!“ hatten die Suchtberater Andreas Fux und Ulrike Ritter eine mannshohe eingezäunte Attrappe eines Geldspielautomaten in der Unterführung am Berndorfer-Tor-Platz aufgestellt. „Wir wollen die Bevölkerung für die Problematik sensibilisieren“, sagte Ritter. Die Sozialpädagogin arbeitet bei der Suchtberatung des Diakonischen Werkes Waldeck-Frankenberg. Vielen sei nicht bewusst, dass Glücksspiel nicht eine harmlose Freizeitbeschäftigung sei, sondern auch zur gefährlichen Sucht werden könne.

Nach Schätzungen sind in Deutschland 0,5 Prozent der Bevölkerung spielsüchtig. „Aber die Dunkelziffer ist hoch“, sagt Fux, Fachberater für Glücksspielsucht beim Diakonischen Werk Kassel. „Wenn man sein Spielverhalten nicht mehr unter Kontrolle hat, sich nicht mehr an selbst gesteckte Limits hält und versucht, Verluste durch weiteres Spielen wieder hereinzuholen, dann wird Glücksspiel zur Sucht“, erklärt er. Die Folgen: Hohe Verschuldung, Arbeitslosigkeit, Probleme in der Partnerschaft bis hin zum Selbstmord.

Mit einer großen „Bodenzeitung“ sollten die Passanten zum Nachdenken angeregt werden. Auf großen Pappwürfeln wurde die Glücksspielproblematik in verschiedenen Sprachen erläutert, um auch Menschen mit Migrationshintergrund zu erreichen. Unterstützt wurde der Aktionstag von der Hessische Landesstelle für Suchtfragen.(lb)

Das Diakonische Werk ist zur Terminvereinbarung montags bis donnerstags zwischen 9 und 12 sowie von 14 bis 17 Uhr zu erreichen: Telefon 05631/60330.

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