Ehrenamtlicher Einsatz für Kinder mit Migrationshintergrund

Sprachpaten gesucht

Viele neue Interessenten kamen zum Treffen der Sprachpaten - sehr zur Freude von Ursula Hartmann-Samiec und Lydia Oswald.

Mit der Zahl der Flüchtlinge wächst in Korbach auch der Bedarf an Sprachpaten. Ehrenamtliche, die mit Kindern ganz verschiedener Herkunft spielend deutsch lernen, werden dringend gesucht.

Sie sprechen kaum ein Wort deutsch, die Gesichter in ihren Klassen sind ihnen fremd und ihre eigene Sprache ist den Mitschülern ein Rätsel: Wenn Kinder aus dem Ausland mit ihren Familien nach Korbach kommen, erwarten sie viele Herausforderungen. „Sprache ist der Schlüssel, um diese Herausforderungen zu bestehen“, weiß Ursula Hartmann-Samiec. Sie ist Koordinatorin des Projekts „Sprachpaten“ in Korbach.

Kinder aus allen Korbacher Grundschulen werden von den Sprachpaten betreut – egal wo ihre Wurzeln liegen. Entdecken Lehrer oder Sozialarbeiter an den Grundschulen einen besonderen Förderbedarf bei Kindern, die neu nach Deutschland gekommen sind, melden sie sich bei den Sprachpaten. Das Projekt läuft seit vielen Jahren. Mit Erfolg. „Jetzt stehen wir allerdings vor einer neuen Aufgabe“, sagt Ursula Hartmann-Samiec, „denn unter den Flüchtlingen, die in diesen Monaten nach Deutschland kommen, sind auch viele Kinder und Jugendliche.“

Und deswegen hatte die Koordinatorin zum Treffen am Dienstagabend nochmal ausdrücklich alle Menschen eingeladen, die Interesse haben, sich für Kinder und Sprache zu engagieren. Die Resonanz sei sehr erfreulich, betonte die Koordinatorin schließlich. Fünf neue Freiwillige waren zum Treffen gekommen. Dort trafen sie auf weit über 20 aktive Ehrenamtliche , die von ihren Erfahrungen berichteten. Meistens sind es Erfolgsgeschichten, die die Sprachpaten im Gepäck haben. Kinder aus dem Kosovo, Albanien oder Serbien, die mit nicht viel mehr als einem Koffer nach Korbach kamen. Jugendliche aus Syrien, China oder Griechenland, die nach Orientierung in der schwierigen neuen Sprache suchten.

Mit den Sprachpaten nahmen sie die Arbeit auf. Vom Bilderbuch-Lesen über das Memory-Spielen, vom Plätzchen-Backen bis zum Theaterbesuch, vom Grammatikpauken bis zum Lehrbuch-Studieren: Jeder Sprachpate entscheidet selbst über die Gestaltung der gemeinsamen Zeit. „Und wir spüren meistens schnell den großen Effekt“, erzählt Lydia Oswald. Auch das Zeitpensum wird individuell abgestimmt – mit Eltern, Lehrern, Sozialarbeitern und Sprachpaten. Die meisten Treffen finden in den Schulen statt, dort werden auch Hilfsmittel zur Verfügung gestellt.

Fast 20 neue Kinder suchten über die Mitarbeiter der Schulen, die ebenfalls zum Projekt-Team gehören, am Dienstagabend nach einem Sprachpaten. Einige wurden fündig, für andere muss weiter gesucht werden. „Denn die Nachfrage ist schon jetzt größer als das Angebot“, sagt Ursula Hartmann-Samiec, „und wir rechnen in den nächsten Wochen mit vielen neuen Kindern.“ Deswegen wird Unterstützung dringend gesucht. Interessenten können sich beim Diakonischen Werk bei Ursula Hartmann-Samiec unter 05631/913676 melden.

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