Geopark Grenzwelten und Jugendburg Hessenstein kooperieren und bieten Schülern Fossilien-Suche an

Auf der Spur der Poseidon-Muschel

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Vöhl-Ederbringhausen - Im Steinbruch bei der Jugendburg Hessenstein wird bald wie in vergangenen Tagen kräftig gehämmert. Schüler können dort bestens ausgerüstet auf die Suche nach vergangenem Leben gehen.

Den Steinbruch am Hessenstein nutzten früher die Förster für den Wegebau. Das Geräusch, wenn ein Hammer auf Stein trifft, erklang dort schon lange nicht mehr. Die ruhigen Zeiten sind nun aber vorbei. Schüler können dort ab sofort auf Fossilien-Suche gehen.

Mit Koffer und Hammer

Möglich macht dies eine Kooperation zwischen Die Jugendburg Hessenstein und dem „Geopark Grenzwelten“. Künftig sollen Schüler, ausgerüstet mit Geologen-Hammer, im Steinbruch zu Nachwuchsforschern werden. „Wir wollen Schulklassen ein Angebot bieten, dass sie selbstständig durchführen können“, erklärt Berthold Langenhorst, Geschäftsführer der Jugendbildungsstätte.

Dass die Kinder und Jugendlichen im Steinbruch fündig werden, sei gar nicht so unrealistisch. „Vor allem die Poseidonmuschel gibt es im Tonschiefer häufiger“, so Langenhorst. Die Schiefersteine an der Jugendburg sind vor über 330 Millionen Jahren entstanden und können auch versteinerte Tiere wie die zu den Kopffüßer gehörenden Goniatiten oder Orthoceraten enthalten.

Damit die Fossilien gefunden und als solche identifiziert werden können, wird das richtige Equipment benötigt. Das kommt von Norbert Panek, Leiter des Geoparks Grenzwelten. In zwei Koffern finden sich jeweils 24 Hämmer - in groß und klein. In einem zweiten Koffer gibt es eine Gesteinssammlung mit den wichtigsten Gesteinen aus dem Geopark: vom Sandstein über Grauwacke bis zum Kiesel aus der Eder. Dazu erhält jeder Nachwuchs-Geologe ein Faltblatt mit Bildern der typischen Fossilien im Tonschiefer.

„Die Kinder, die auf der Jugendburg zu Gast sind, sind ständig im Steinbruch. Sie haben Interesse an den Gesteinen, und das wollen wir aufgreifen“, sagt Langenhorst. Für die Lehrer gibt es in den Koffern zahlreiche Zusatzinformationen, zum Beispiel zu Ursprung und Alter von Gesteinen, aber auch zu Museen in der Region.

Als nächstes Projekt könnte sich Norbert Panek einen Koffer mit Fossilien vorstellen. Zunächst einmal wollen die Beteiligten aber die Reaktionen auf das neue Programm abwarten.

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