Insgesamt 84 000 Euro Preisgeld

Stadt Korbach schreibt Architekten-Wettbewerb fürs Rathaus aus

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Ein erster Entwurf des Bauamts für das Rathaus der Zukunft: Der gotische Altbau wird links mit einem deutlich kleineren Neubau verbunden. Eingebunden sind das Fachwerkhaus in der Kümmell-Straße 9 (links), die Stadtwache (rechts) und ein neuer Zwischenbau an der Stechbahn. Architekten sollen sich nun Gedanken machen, wie der Umbau konkret aussehen könnte.

Korbach. Neue Akzente für den alten Kern der Hansestadt: In einem europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb sollen sich Architekten Gedanken machen, wie das Areal rund um das Korbacher Rathaus umgestaltet werden kann. Der Startschuss ist in der vorigen Woche gefallen.

Das ist die Aufgabe für die Teilnehmer: Für rund zwölf Millionen Euro will die Stadt Rathaus und Umfeld ein neues Gesicht geben. Ein Abriss des bröckelnden Anbaus aus den 1970er-Jahren ist inbegriffen. 

Wettbewerb mit zwei Phasen 

Der Wettbewerb läuft in zwei Phasen ab: Zunächst haben die Architekten drei Monate Zeit, einen städtebaulichen Plan einzureichen. Er ist noch relativ grob, legt etwa fest, wie groß Gebäude und Freiflächen sind. „Da geht es noch nicht darum, ob die Teeküche an der richtigen Stelle steht“, erklärt der Korbacher Bauamtsleiter Stefan Bublak. Schlusstermin ist der 18. November. 

Jury entscheidet 

Dann entscheidet ein Preisgericht: Die besten Büros gehen in Phase II – und sollen dann bis Ende April 2017 ihre konkreten Bau-Entwürfe vorlegen, die abermals von der Jury bewertet werden. Vorher wird es für die Teilnehmer im Februar ein Vor-Ort-Kolloquium in Korbach geben, bei dem sich die Architekten das Areal anschauen und mit Vertretern der Stadt sprechen können. 

Die Jury selbst ist hochkarätig besetzt: Im Preisgericht sitzt unter anderem der international renommierte Architekt Klaus Kada aus Graz. Er gilt in der Branche als „Ästhet des Sparsamen, der technologische Innovationen in kraftvollen Raumkonzepten zu vereinen weiß.“ Außerdem gehören dem Gremium die Architekten Ferdinand Heide aus Frankfurt, Claudia Meixner (Frankfurt), Hans Uwe Schultze (Kassel) und als Vertreter der Stadt Bauamtsleiter Stefan Bublak an. Mitglieder des Preisgerichts dürfen natürlich selbst keine Vorschläge einreichen. 

Der so genannte architektonischer Realisierungswettbewerb ist bei einem Projekt in der Größenordnung des Rathaus-Umbaus durchaus üblich. „Das Projekt ist zu wichtig und sollte auf breite Füße gestellt werden“, sagt Bublak. Für die Stadt hat der Wettbewerb zwei Vorteile: Sie bekommt für relativ wenig Geld eine Vielfalt an Entwürfen. „Und wir kommen an internationale Büros ran, zu denen wir sonst keinen Kontakt hätten“, erklärt der Bauamtsleiter. 

Gewinner dürfen planen 

Motivation für die Teilnehmer ist das Preisgeld: Der Gewinner des Wettbewerbs wird mit 33 600 Euro belohnt, für den zweiten Platz gibt es 21 000 Euro, für den dritten Platz immerhin noch 12 600 Euro. Der Wettbewerb ist mit einem konkreten Auftragsversprechen verbunden. Das bedeutet, dass einer der Preisträger auch tatsächlich mit der Planung beauftragt wird. Als Anerkennung für die weiteren Teilnehmer werden außerdem insgesamt 16 800 Euro ausgeschüttet.

Mehr über den Rathaus-Umbau lesen Sie in der Waldeckischen Landeszeitung vom 16. August 2016.

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