Korbach

Stadt legt Freibadsanierung auf Eis

- Korbach (lb). Der Magistrat der Stadt Korbach hat in einer Sitzung am Montag beschlossen, die Sanierung des Freibads aufzuschieben. Die dafür vorgesehen Mittel aus dem Konjunkturpaket fließen in andere Projekte.

Heinz-Willi Müller, Büroleiter im Rathaus, bestätigte gestern gegenüber der WLZ-FZ: „Die Sanierung des Freibads soll zurückgestellt, die Sanierung und Modernisierung von Sporthallen und Mehrzweckhallen stattdessen vorgezogen werden.“ Aus „bestimmten Gründen“ sei das Projekt „Freibad“ derzeit nicht umzusetzen. Über den Vorschlag des Magistrats müssten aber noch die Stadtverordneten am 24. August abstimmen, so Müller. Bereits am 20. August werden sich die Ausschüsse mit dem Thema beschäftigen.

Nach Informationen unserer Zeitung stehen dringende Sanierungen am Hallenbad an, unter anderem müssen Brandschutzauflagen erfüllt werden. Um nicht beide Korbacher Bäder wegen Bauarbeiten gleichzeitig schließen zu müssen, empfiehlt der Magistrat, die Pläne für das Freibad zunächst auf Eis zu legen. Die für Sanierung oder Neubau vorgesehen Mittel aus dem Konjunkturpaket sollen nun in die Sport- und Mehrzweckhallen der Stadt gesteckt werden.

Für insgesamt vier Projekte, die zusätzlich über bereits geplante Vorhaben hinaus verwirklicht werden sollen, hatte die Stadt eine Förderung durch das Konjunkturpaket beantragt. „Für alle vier liegt auch ein Bewilligungsbescheid des Landes Hessen vor“, sagte Müller. Insgesamt fließen aber nur 2,3 Millionen Euro von Bund und Land nach Korbach. Das Geld reicht nur für eines der Projekte. Die Stadtverordneten hatten sich deshalb im März für eine Prioritätenliste entschieden. Ganz oben stand die Sanierung des Freibads. Auf dem zweiten Platz landete die Sanierung von Sport- und Mehrzweckhallen, auf Rang 3 der SPD-Vorschlag, das Hauer-Sportgelände zu sanieren, einen Hartplatz auf dem Paul-Zimmermann-Sportplatz zu bauen und die Umkleiden der SSG Ense-Nordenbeck zu modernisieren. Durchgereicht auf Platz 4: Die Projektliste des Magistrats für das „ampelfreie Korbach“.

Das Konjunkturpaket hätte die Möglichkeit geboten, das 47 Jahre alte Freibad mit hohen Zuschüssen zu sanieren. Doch daraus wird jetzt nichts mehr. Ob die Finanzmittel der Stadt in den kommenden Jahren ausreichen, um ehrgeizige Pläne zu verwirklichen, bleibt fraglich. Ohnehin waren sich die Stadtverordneten noch nicht einig, in welche Richtung die Sanierung gehen sollte: Die Zustimmung für das zunächst präferierte Naturbad bröckelte, und auch in der Bevölkerung formierte sich Widerstand gegen die Pläne. Rund 600 Unterschriften hatte eine Initiative zum Erhalt des Korbacher Freibads in seiner heutigen Form gesammelt. Der Wunsch der „Schwimmgemeinde“, wie sich die Gruppe aus Früh- und Dauerschwimmern sowie Freunden des Freibads nennt, könnte nun in den Reihen der Parlamentarier mehr Zuspruch als gedacht finden.

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