Korbach

Stadt will Nebelschleier lüften

- Korbach (jk). Ist die Luft in Korbach sauber? Seit rund fünf Jahren schwelt das Thema, weil es Hinweise gab auf verstärkte Atemwegserkrankungen bei Kindern. Die Stadt wagt einen neuen Anlauf, um den Nebel zu lüften.

Politisch ist die Sache wie eine heiße Kartoffel. Mal liegt sie beim Landkreis, mal im Rathaus, mal bei Conti oder Kraftwerksbetreiber MVV Energie (Mannheim) auf dem Teller. Doch gepellt hat sie noch keiner. Es geht um Hinweise auf verstärkte Atemwegserkrankungen bei Korbacher Kindern.

Vor Jahren kam bei Schuleingangsuntersuchungen der Verdacht auf. In der Debatte um den Bau des Müllheizkraftwerks rückte das Thema in den Blickpunkt: Kritiker aus der Bürgerinitiative wollten klären, ob Korbachs Luft womöglich schon zu sehr belastet ist mit Schadstoffen – und Emissionen des Kraftwerks das Fass vielleicht zum Überlaufen bringen.

Das Kraftwerk ist längst im Dauerbetrieb, doch sorgten Störungen wiederholt für Debatten. Zudem herrschte bei der Bürgerinitiative und den Grünen vorigen Sommer Frust: Der Kreistag hob im Juni 2010 einen Parlamentsbeschluss vom Dezember 2009 auf. Peniblere Schuleingangsuntersuchungen, genauere Auswertungen von Umwelt- und Gesundheitsdaten waren beim Kreis plötzlich vom Tapet. Auch ein „runder Tisch“ von Kraftwerksbetreiber, Conti, Politik und Bürgerinitiative tagte nach wenigen Sitzung seit Januar 2010 nicht mehr.

Nur die Stadt Korbach hat die Luftqualität weiter im Visier: Nach Beschluss der Stadtverordneten vom Mai 2010 sollte die Stadt der Sache weiter auf den Grund gehen. 50 000 Euro stehen dafür im Etat bereit – möglicherweise auch für eigene Luftmessungen. Im Herbst 2010 knüpfte die Stadt Kontakte zum Institut für Toxikologie und Pharmakologie der Uni-Klinik Kiel. Chef ist Professor Edmund Maser, mit im Boot ist aber auch Dr. Hermann Kruse. Er hatte die Bürgerinitiative als Experte beraten, als es um den Bau des Heizkraftwerks ging.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 12. Februar.

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