Veränderter Linienverkehr beginnt am 10. Dezember · Kostenlose Schnupperwoche

„Stadtbus soll neue Freunde gewinnen“

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Korbach - Zwei fabrikneue Omnibusse, drei Linien mehr, Stunden- statt 40-Minuten-Takt: Im Stadtbusverkehr ändert sich vieles ab Montag, 10. Dezember.

Zusammen mit einem neuen, „zuverlässigen und erfahrenen Partner“ will die Stadt weiterhin die „mobile Grundversorgung“ ihrer Bürger sichern.

Mit der Systemumstellung soll der Stadtbus aber auch weitere „Freunde gewinnen“, erläuterte gestern Bürgermeister Klaus Friedrich. Zusammen mit Ordnungsamtsleiter Carsten Vahland und Vertretern der DB Busverkehr Hessen GmbH stellte er das überarbeitete Konzept in einem der beiden neuen blau-gelben MAN-Fahrzeuge vor.

Der Startschuss für den veränderten Busverkehr fällt einen Tag nach dem bundesweiten Fahrplanwechsel. Ab Montag, 10. Dezember, verbinden fünf statt bisher zwei Linien „alle wichtigen Ziele in der Kernstadt“, verspricht der Bürgermeister. Dazu gehören insbesondere die Schulen und Behörden, öffentliche Einrichtungen wie Museum, Stadthalle, Bahnhof oder Krankenhaus, aber auch die verschiedenen Standorte der Lebenshilfe Am Stege und Im Ziegelfeld.

Die neue Linie 5 bindet die Gewerbegebiete West und Nord an die Innenstadt an. Beschäftigte der dort ansässigen Betriebe erhalten damit eine Alternative zum Auto. Kein Rendezvous mehr Anders als bisher treffen sich die beiden eingesetzten Busse nicht mehr im Rendezvous-System am Bahnhof. Dort befindet sich zwar weiterhin der zentrale Haltepunkt aller fünf Linien.

Durch den veränderten Takt entstehen dort allerdings „Umsteigezeiten von bis zu 30 Minuten“, erklärt Amtsleiter Vahland. Dass die Busse an allen Haltestellen ab dem 10. Dezember nur noch stündlich auftauchen, könne durchaus von Vorteil sein: „Aus einem schwierigen 40-Minuten-Takt wird ein leicht merkbarer 60-Minutentakt.“

Das Gedächtnis der Fahrgäste zu entlasten ist das eine, den finanziellen Aufwand für die Stadt in Grenzen zu halten, das andere Motiv für die taktische Änderung, die vor allem zur Reduzierung der Kilometerleistung führt. Denn der Landkreis, der bis dato jährlich 80?000 Euro Infrastrukturbeihilfe beisteuerte, hat sich „komplett aus der Finanzierung herausgelöst“.

Das bedeutet, dass die Stadt rund 300?000 Euro für den Stadtbus ausgeben wird, vorausgesetzt die Einnahmen aus dem Fahrkartenverkauf von rund 120?000 Euro blieben auf dem Niveau der Vorjahre. Für Bürgermeister Friedrich ist dieser Aufwand gerechtfertigt. Über einen eigenen Busverkehr zu verfügen, bringe der Stadt erhebliche Vorteile im Wettbewerb der Mittelzentren um lokale Standortfaktoren.

Den Zuschlag bei der europaweiten Ausschreibung für den Korbacher Stadtbusbetrieb bekamen laut Bürgermeister „die Profis, die das können“. Busse der DB Busverkehr Hessen, einer 100-prozentigen Bahn-Tochter, legen zwischen Darmstadt und Kassel in vielen Linienverkehren rund zwölf Millionen Kilometer im Jahr zurück. „Wir zahlen Tariflohn von A bis Z“, versichert Geschäftsführer Volker Otto mit Blick auf die jüngsten Querelen im nordhessischen Regionalverkehr.

Fünf Mitarbeiter sind in Korbach im Einsatz. Büro und Depot wurden auf dem Gelände der Firma Brass am Bahnhof eingerichtet. Der Vertrag mit der DB Busverkehr läuft über acht Jahre. Es besteht die Option, ihn um weitere zwei Jahre zu verlängern. Bisheriger Busbetreiber war die Bietergemeinschaft Henze (Fuldatal) und Kahlhöfer (Korbach), die 2006 den Zuschlag erhalte, sich aber nach Angaben Vahlands an der jüngsten Ausschreibung nicht beteiligt hatte. Mit einer breit angelegten Informationskampagne und einer Schnupperwoche wirbt die Stadt darum, dass möglichst viele Korbacher einsteigen. Ein erstes Faltblatt wurde vor wenigen Tagen an alle Haushalte verteilt.

Eine weitere Broschüre folgt am kommenden Wochenende. Außerdem können in der Woche vom 10. bis 15. Dezember die neuen Stadtbus-Linien kostenlos getestet werden. Spezielle Informationsteams stehen für Fragen bereit. Sie fahren am 4. und 6. Dezember in den Bussen mit oder sind an den Haltestellen anzutreffen – auch am Montag und Dienstag nach dem Fahrplanwechsel am 10. und 11. Dezember. Auskünfte gibt es auch im Bürgerbüro im Rathaus, bei den Busfahrern oder im NVV-Kundenzentrum im Bahnhof.

Weitere Informationen auf der Internetseite der Stadt unter www.korbach.de.

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