Mehr Fläche für Supermärkte möglich

Starke Zugkraft für Kunden

Korbach - Die Hansestadt hat an Magnetkraft für Kunden offenbar nichts eingebüßt. Das geht aus aktuellen Untersuchungen zum Korbacher Einzelhandel hervor.

„Ihr Mittelzentrum strahlt nach wie vor – sogar noch ein wenig stärker“, resümierte Markus Epple beim Vortrag im Stadtparlament. Der Einzugsbereich für den Einzelhandel umfasst mehr als 65 000 Einwohner, deren Kaufkraftpotenzial sich auf rund 350 Millionen Euro im Jahr addiert. Die Korbacher Geschäftswelt zeigt sich dabei weiterhin attraktiv – für Korbacher wie für Bewohner des Umlands. So lautet das Fazit von Markus Epple, Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft „Markt und Standort“ (Erlangen): 87 Prozent des Umsatzes im Korbacher Einzelhandel kommen von außerhalb.“ Auf Basis von Epples Studie hatte die Hansestadt 2011 ein Einzelhandelskonzept fixiert. Leitlinie darin ist, die Innenstadt zu stärken und nicht durch Konkurrenz am Stadtrand zu zerfasern. An der Peripherie soll Raum sein für Waren, die nicht „zentrenrelevant“ sind – also etwa Baumärkte, Möbelmärkte, Kfz-Handel, Camping-, Hobby- oder Freizeitartikel – festgelegt in einer „Korbacher Liste“. Sorge bei Händlern wie Politikern besteht hingegen durch wachsende Konkurrenz via Internet für Geschäfte an den Einkaufsmeilen. Hinzu kommt in Korbach der seit Jahren halb leerstehende Woolworth-Block im Herzen der Fußgängerzone. Aber auch mögliche Auswirkungen durch ein neues Geschäftszentrum am Rand der Frankenberger Innenstadt standen im Parlament am Donnerstagabend zur Debatte. Denn dort eröffne etwa die Modekette H&M eine neue Filiale. Epple beruhigte derweil. Die Entwicklung in Frankenberg müsse den Händlern in Korbach kaum Sorge bereiten. Und wenn eine geeignete Immobilie mit 1500 Quadratmetern in der Hansestadt zur Verfügung stehe, „dann bekommen Sie auch H&M nach Korbach“, meinte Epple. „Da können Sie auch ein bisschen stolz auf sich und Ihre Stadt sein“, lobte er Korbachs Leitlinien für den Handel. „Wir haben über die Jahre den richtigen Weg verfolgt – und uns nicht von irgendwelchen Discountern erpressen lassen“, resümierte SPD-Sprecher Ralph Backhaus.Einstimmig segnete das Parlament denn auch die aktualisierte Fassung des Einzelhandelskonzepts ab. Sie bezieht sich im Kern aber nur auf Neuerungen für „Nahversorger“, also Lebensmittler und Discounter im Ring um die Innenstadt (wir berichteten). Diese Supermärkte dürfen künftig von 800 bis auf 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche erweitern, wenn es der Standort baurechtlich zulässt. Von Jörg Kleine

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