„Hospiz aktuell“: Staatssekretär Dippel spricht vor Evangelischem Arbeitskreis

Sterben in Würde ermöglichen

Korbach - Sterbebegleitung ist ein christliches Anliegen und ein Akt der Menschlichkeit – das sagt Dr. Wolfgang Dippel. Der Staatssekretär aus dem hessischen Sozialministerium zeigte vor dem Evangelischen Arbeitskreis (EAK) der CDU in Korbach aktuelle Entwicklungen in der Hospizarbeit auf.

Im Herbst will die Hessische Landesregierung ihr neues Konzept für die Begleitung Sterbender vorlegen. Die Leitlinie steht dabei schon fest, wie Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel bei der Informationsveranstaltung zum Thema „Formen der Sterbebegleitung – Hospiz aktuell“ erläuterte: Als oberstes Gebot gelte, ein Sterben in Würde zu ermöglichen, dies aber nicht vorrangig in speziellen Einrichtungen wie stationären Hospizen, sondern „dort, wo den Menschen der Tod ereilt: zu Hause, in Alten- und Pflegeheimen, im Krankenhaus.“ Langfristiges Ziel sei ein Rahmenvertrag zwischen Politik und Kirche, sagte Dippel.

Der Weg in die Zukunft wird nach Ansicht des Staatsekretärs zwei Fragen nachgehen müssen: zum einen der ethischen, inwieweit medizinisch um ein Leben gerungen werden müsse und könne, auch wenn die Aussichten schlecht seien und der betroffene Mensch sich eindeutig dagegen ausgesprochen habe. Zum anderen, „wie wir alle gemeinsam erreichen können, dass eine gute, ganzheitliche Sterbebegleitung die Geborgenheit geben kann, die ein sterbender Mensch braucht.“ Letzteres werde nur gelingen, wenn Hauptamtliche und Ehrenamtliche Hand in Hand arbeiteten und alle gemeinsam dazu beitrügen, dass die Würde des Menschen auch im Tod gewahrt bleibe.

Durch die im Februar getroffene Entscheidung in Belgien, auch bei Kindern eine aktive Sterbehilfe zu erlauben, sei auch in Deutschland das Thema Sterbehilfe wieder vehement diskutiert worden. Allerdings seien viele Befürworter der aktiven Sterbehilfe in Deutschland nicht über die „Möglichkeiten und rechtlichen Ansprüche der Sterbebegleitung“ informiert, sagte Dippel. Er selbst halte es mit Bischof Algermissen, der den Unterschied zwischen beiden so auf den Punkt gebracht habe: „Sterbebegleitung ist im Gegensatz zur aktiven Sterbehilfe aktive Lebenshilfe. Es ist hilfreich, an der Hand eines Menschen zu sterben, nicht durch die Hand eines Menschen.“

Zukunft nur mit Ehrenamt

Christine Bernhardt-Engemann, hauptamtliche Koordinatorin des ökumenisch ambulanten Hospizes Korbach, betonte anschließend, wie wichtig ein stationären Hospiz in der Region sei, wies zugleich aber darauf hin, dass dann die Frage im Raum stehe, wie Ehrenamtliche und Professionelle miteinander umgingen. Bernhardt-Engemann: „Es besteht die Gefahr, dass Professionalität zunimmt und Ehrenamtlichen abgesagt wird, dabei wird die Zukunft nur mit Ehrenamtlichen gestaltet werden können.“

Hozpizgipfel angeregt

EAK-Kreisvorsitzender Karl-Heinz Bastet forderte eine Konzeption für die Hospizarbeit auch im Landkreis. Dabei habe aber die Frage nach der Qualität und Vernetzung vor der Standortdiskussion im Blick auf ein stationäres Hospiz zu stehen. Er regte außerdem einen „Hospizgipfel“ mit allen Beteiligten an. (Berger)

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