Der Advent ist für Verkäuferinnen und Verkäufer eine rührige Zeit

Stressig, aber schön

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Geschenke überreichen Ulrike Dämmer und ihre Kolleginnen im Einzelhandel dieser Tage häufig.Foto: Wilhelm FIgge

Korbach - Weihnachten, dem „Fest des Schenkens“, geht die Zeit des Einkaufens voraus. Trotz Internet machen die Mitarbeiter im Einzelhandel im Dezember einige stressige Wochen durch - doch für manche ist der Advent auch etwas Besonderes.

Wie viele Geschenke Ulrike Dämmer schon verkauft hat, kann sie nicht genau sagen: „Viele“, erklärt die Mitarbeiterin im Korbacher „Ideenfachgeschäft“ Carl Henkel. Nach kurzem Nachdenken wird sie konkreter: „Zur Zeit ist jeder zweite Artikel, der über die Ladentheke geht, ein Geschenk.“

Weihnachtskäufe von Anfang bis Ende Dezember

Besonders an Wochenenden würden viele Menschen bummeln und Präsente für ihre Lieben suchen. Insgesamt sei der Adventsstress im Lauf der Jahre aber zurückgegangen, wenn auch jeder Tag unterschiedlich sei: Mal ist der Betrieb überschaubar, mal stehen lange Reihen vor der Ladentheke.

Zum geschrumpften Adventsgeschäft trügen Internetkäufe bei, aber auch häufigere Geldgeschenke. „Deshalb haben wir dann aber auch zwischen den Jahren noch viel zu tun“, erklärt sie. Dazu würden stets einige Beschenkte ihr Präsent umtauschen. So geht die Anfang Dezember beginnende weihnachtliche Einkaufssaison bis über das „Fest der Liebe“ hinaus. Die betriebsamste Zeit sei direkt vor den Feiertagen: Ab Samstag sind alle zehn Verkäuferinnen und die „Chefetage“ gleichzeitig am Werk.

Ein wenig sei in der letzten Woche vor Weihnachten auch manchen Kunden der Stress anzumerken. „Besonders bei Männern ist auch Heiligabend noch ein beliebter Einkaufstag“, bestätigt die Verkäuferin ein vermeintliches Klischee. Den Herren sei dann fast egal, was sie kaufen: „Wenn ich ihnen sage, dass ein Artikel nett ist, nehmen sie den auch“, erklärt Ulrike Dämmer schmunzelnd.

Freude auf Arbeit in „besonderer“ Zeit

Manche Kunden wüssten genau, was sie suchen, andere bräuchten mehr Beratung. An deren Ende stünden Sätze wie „Danke, dass sie mich beraten haben“ und „Das ist genau das, was ich mir vorgestellt hatte“. Die Freude über das Lob ist Ulrike Dämmer anzumerken. Auch die Verpackung mache viel aus: „Die Kunden bemerken, dass wir uns Mühe geben.“

Für die Verkäuferinnen überwiege in den Wochen vor Weihnachten deutlich das positive: „Wir freuen uns alle auf die Adventszeit: Da zu arbeiten, ist etwas besonderes.“ Im geschmückten Laden und mit Kunden, die den Verkäufern ein frohes Fest wünschen, sei der Advent zwar eine etwas stressige, aber vor allem festliche Zeit.

Von Wilhelm Figge

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