Vöhl: Christine Hoffmann verwandelt Ederseeschlacke in Schmuckstücke

Stück der Seele des Edersees

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- Vöhl-Herzhausen (resa). Auf den ersten Blick sehen sie aus wie schnöde Steine. Christine Hoffmann hat in der Ederseeschlacke aber eine Schönheit entdeckt, die sie mit anderen teilen will. In ihren Händen entstehen „Ederseelchen“ – Schmuckstücke mit Geschichte.

Sie glitzern grün im Licht und auf kleinen Wellen scheinen Schaumkronen zu sitzen: „In diesen Steinen liegt ein Stück der Ederseeseele“, sagt Christine Hoffmann. Als sie die grobe Schlacke, die von der Verhüttung in Berich übriggeblieben war, im trockenen See fand, gefiel ihr die Idee, daraus kleine Kunstwerke zu schaffen. „Alle sagten, ich solle die alten Steine liegen lassen, das sei nur Mist“, erinnert sich die sympathische Herzhäuserin lachend. Aber für sie ging es um mehr als Mist. „Ich bin mit diesem See verbunden seit ich ein Kind war“, sagt sie. Die Vorstellung, dass die Schlacke schon seit Jahrhunderten erst im Fluss und dann im Edersee unentdeckt lag, gefiel der gelernten Goldschmiedin. „Die Schlacke hat seine Farbe, seine Träume, seine Geschichte und seine Seele aufgenommen“, sagt Christine Hoffmann. All das sieht sie in den Steinen, die sie seit Jahren vom Boden des Edersees sammelt.

„Irgendwann habe ich die Schlacke dann einfach mal zum Schleifer geschickt“, erinnert sie sich, „als sie zurückkam, war ich baff“. Bis heute glänzen ihre Augen, wenn sie an dieses erste Paket vom Schleifer denkt. „Die Steine waren wunderschön“, sagt sie. Also begann sie Fassungen zu bauen – aus Silber, Gold und Weißgold. Christine Hoffmann war in ihrem Element: Viele Jahre lang hatte sie als gelernte Goldschmiedin Erfahrungen gesammelt, in Deutschland ebenso wie in Amerika. Schließlich hatte sie Schmuckdesign studiert und sich an der Nordsee selbstständig gemacht, bevor sie nach Herzhausen zurückkehrte.

In ihrer kleinen Werkstatt entstehen dort bis heute Ringe, Kettenanhänger und Ohrringe – jedes Stück sieht anders aus und jeder Stein schimmert anders.

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