Kostümprobe der Freilichtbühne für „Kleiner Vampir“ und „Zoff in Silver City“

Stücke mit Biss und Schuss

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Korbach. - Unbehagen im Schießhagen. Korbach wird gefährlicher. Bewaffnete Banden streunen in den kommenden Sommermonaten nahe der Stadtmauer umher und lassen lautstark ihre Colts sprechen.

Das ist eigentlich der Verunsicherung schon genug, da lassen sich auch noch blutrünstige Vampire in ihren Särgen in der gleichen Gegend nieder. Vorsicht! - die Darsteller der Freilichtbühne spielen wieder. Sie präsentieren als Familienstück „Der kleine Vampir“ von Angela Sommer-Bodenburg. Es erzählt die Geschichte von Anton und Rüdiger. Die Jungen führen eine ganz besondere Freundschaft, denn Rüdiger ist ein Vampir und Anton lernt Stück für Stück das Leben einer ausschließlich nachtaktiven Familie kennen, die nicht zu Mittag isst, aber zu Abend trinkt - Blut.

Anton und Rüdiger haben viel Spaß miteinander, aber auch jede Menge Aufregung, denn da ist nämlich dieser Herr Geiermeier, der Friedhofswärter und er giert nach einem Ziel: ein vampirfreier Friedhof. Diese Aufführung ist das Regiedebüt von Sabine Lessing. „Ich wollte dieses Stück schon lange mache, aber es ist nie einer drauf angesprungen.“ Nun hat sie es mit neun Darstellern, guten Maskenbildnern, Kostümschneidern und Bühnenbauern selbst in die Hand genommen. Die erste Kostümprobe am vergangenen Samstag verspricht nicht nur optisch ein Hingucker zu werden.

Das gilt auch für das Abendstück „Zoff in Silver City“ von Elke Rahm. Wildwest-Stimmung herrschte noch nie auf der Freilichtbühne. Dass sich Cowboys und Indianer unter der großen Linde bisweilen bleihaltige Nettigkeiten austauschen, dafür ist auch Werner Schwager verantwortlich. Der Schauspieler von der Hallenberger Freilichtbühne gibt sein Spielleiterdebüt in Korbach. Er habe diesen Schritt nie bereut und könne sich eine weitere Zusammenarbeit durchaus vorstellen, sagte Schwager. Er hat mit dem Ensemble eine Komödie in Szene gesetzt, die auch bei dem Kinohit „Schuh des Manitu“ etwas abgeschaut hat. Silver City wird vom Schwarzen Bill und seiner Banditenbande in Schach gehalten. Der Sheriff ist nur um einen Whisky besorgt, aber dann kehrt John Miller nach vielen Jahren in seine Heimatstadt zurück und plötzlich weht hier ein ganz anderer Wind… Kommen in dem Stück auch Pferde vor? Diese Frage werde ihm derzeit am häufigsten gestellt, sagte der Vorsitzende Volker Thielemann. Er will noch nicht alles verraten, deshalb nur dies: „Es kommen keine Pferde vor, aber ein Pferd.“

Beide Stücke feiern am 29. Juni Premiere.

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