Zehnmal Roland, zehnmal Kreativität: Lionsclub präsentiert fertige Kunstwerke

Superheld und schwarzer Ritter

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Für Emell Gök Che ist der Roland ein Superheld.

Korbach - Die Kunstwoche in Korbach wirft ihren Schatten voraus. Und dieser hat einen sehr bekannten Umriss: Zehn Künstler haben sich mit der Rolandsfigur beschäftigt.

So etwas hat der altehrwürdige Roland noch nicht erlebt. Stolz stand er im mittelalterlichen Korbach für eine freie, selbstbewusste und selbstbestimmte Stadt. Jahrhunderte harrte er anschließend in Wartestellung versteckt an der Kilianskirche. Und seitdem der Autoverkehr ihm die Haut zerbröselt, hat er es sich im Rathaus heimelig gemacht. Doch dass sich zehn Künstler an seinem Körper austoben, ihn gar zerschneiden und anbohren dürfen, das dürfte für ihn dann doch neu sein.

Schuld ist der Lionsclub Korbach-Bad Arolsen. Die beiden Mitglieder Rainer Ueberson und Jörg Kleine ließen zehn lebensgroße Abbilder aus Pappelholz anfertigen. Als Wilhelm Müller die Kettensäge zur Seite legte, verteilten Ueberson und Kleine die Kunstwerke bei zehn ganz unterschiedlichen Künstlern und Gruppen. Am Donnerstagabend fanden die Rolandsfiguren im Bürgerhaus wieder zusammen. Herausgekommen sind äußerst unterschiedliche Werke und Interpretationen.

In „bewusst modische Sommerfarben“ tauchte Emell Gök Che ihren „Superroland“: „Er ist kritisch und will den Menschen helfen.“ Zum Thema Streit installierte Thomas Henke einen Videospieler, der zum Denken anregt. Mit zwei künstlerischen Intentionen näherten sich Petra Schuster und Katharina Jaeger dem Mann mit dem goldenen Herzen. Sechs Einflüsse wirkten auf den Roland der „artur“-Künstler. Noch mehr Hände arbeiteten in der Alten Landesschule: Der Kunstkurs brachte Kussmund und Arschgeweih zueinander. Christian Schnatz vereinte Stärke mit Zerbrechlichkeit, Roman Koksch hingegen Farben mit Firmen. Zeitlich sehr unterschiedlich sind Philipp Hiller mit modernen und Iris Resch-Grimm mit mittelalterlichen Einflüssen.

Die Resonanz war groß; nicht nur befreundete Lionskollegen, Rotarier und Soroptimistinnen fanden den Weg zur Vernissage. Für die Hälfte der Kunstwerke gaben die Liebhaber bereits Gebote ab. Für jeden Roland erhoffen sich die Lionsmitglieder einen vierstelligen Betrag, mit dem Erlös sollen benachteiligte Kinder unterstützt werden. Die Künstler haben die Werke ohne Entlohnung angefertigt.

Wer Interesse an der Kunst hat, findet die Figuren im Modehaus Manhenke am Berndorfer Tor-Platz. Die Aktion endet mit der Finissage in einer Woche um 24 Uhr. Gebote nehmen Lionspräsident Holger Vogel (Telefon: 05631/3366) oder Sekretär Dirk Bödefeld (Telefon: 05631/506980) entgegen.

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