Im Herzen des Verlags bringt die Redaktion die ganze Welt in Text und Bilder

Täglicher Wettlauf mit der Uhr

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Korbach - Wahlen, Sportgeschehen, Unfälle, Termine, Interviews, Umfragen: Hand in Hand muss es laufen, damit das gedruckte Wort am nächsten Tag frisch auf dem Frühstückstisch liegt. Redaktion, Satz, Anzeigen, Leserservice und Vertrieb; Recherchieren, Schreiben, Seitengestaltung und Druck – alle Kollegen im Verlag arbeiten täglich neu für ein einziges Ziel: die bestmögliche Zeitung für die Leser zu produzieren und pünktlich zu ihnen ins Haus zu bringen.

Das gilt schon seit den Gründerzeiten vor 125 Jahren. Doch wenige Branchen haben einen solch rasanten Wandel erlebt wie die Zeitung in den vergangenen 30 Jahren: vom alten Bleisatz zur multimedialen Präsenz in Wort, Bild und Ton. Texte, Bildergalerien, Videos für unsere Homepage wlz-fz.de und die iPad-Ausgabe müssen ebenso im „Newsroom“, wie die moderne Redaktionszentrale in der Branchensprache heißt, kontinuierlich verarbeitet werden.

Zeitung, Internet, Video

Am „Newsdesk“, dem ovalen Tisch im gläsernen Raum im Herzen des Verlags, laufen alle Fäden zusammen – von Umfangsplanung über Nachrichtenauswahl, Platzierung von Texten und Anzeigen, Seitengestaltung bis hin zu Bildbearbeitung und Grafik. Schon am Vortag legt die Redaktion den Umfang der Zeitung für den nächsten Arbeitstag fest. Am Produktionstag beginnt dann stets aufs Neue der Wettlauf gegen die Uhr.

Morgens um acht sondiert Blattplanerin Silvia Ruland die Nachrichtenlage auf allen Kanälen: Was passiert bundespolitisch in Berlin? Welche Neuigkeiten gibt es aus der Landeshauptstadt Wiesbaden? Was sind die wichtigsten Themen aus aller Welt? Welche Termine liegen in Waldeck-Frankenberg an? Welche Themen setzt die WLZ als Top-Nachrichten des Tages? Die erfahrene Lokal- und Politikredakteurin nimmt das Heft in die Hand.Nach und nach treffen die anderen Kollegen in der Redaktion ein. Die einen waren bei Terminen am Morgen unterwegs, die anderen bereiten die Tagesarbeit vor. Denn um 10 Uhr beginnt die große Redaktionskonferenz. Chefredaktion, Blattplaner, Redakteure und Volontäre aus dem Sport, aus den Lokalredaktionen in Korbach, Bad Arolsen, Bad Wildungen, aber auch der Frankenberger Zeitung, besprechen gemeinsam die nächste Zeitungsausgabe und Nachrichten für die Homepage im Internet.

Planung und Konferenz

Blattkritik des Tages, Vorausschau auf kommende Aufgaben, redaktionsübergreifende Aktionen gehören ebenso dazu – und so manches persönliche Wort. Denn ohne Leidenschaft und Emotion lässt sich schlecht Zeitung machen – auch eine Erfahrung aus 125 Jahren. Doch dazu mehr auf der nächsten Seite unserer Jubiläumsausgabe. Zunächst der wichtige Blick auf die Technik: Flachbildschirme, leistungsfähige Rechner, starke Datenleitungen, Schreib- und Grafikprogramme und ein modernes Redaktionssystem geben die elektronische Infrastruktur, um die Nachrichtenzentrale der Waldeckischen Landeszeitung permanent zu füttern.Waren Redaktion, Satz und Technik noch vor wenigen Jahren getrennte Abteilungen, arbeiten die Kolleginnen und Kollegen aus Redaktion und Produktionssteuerung heute Schulter an Schulter im Newsroom zusammen – bis zum letzten Klick in der Nacht, mit dem Schlussredakteur Helmut Schiefner die fertigen Seiten dann zum Druck freigibt.

Um Mitternacht wird die aktuelle WLZ-Ausgabe tagtäglich angedruckt. An besonderen Tagen kann das auch mal ein wenig später sein. Dies ermöglicht, selbst in heißen Wahlnächten, bei Fußball-Champions-League, Olympischen Spielen, aber auch Unfällen oder Bränden in der Region, noch aktuell für den nächsten Tag berichten zu können.

Dazwischen „glühen“ über den gesamten Tag in der Nachrichtenzentrale, den Redaktionsbüros in Bad Arolsen, Korbach, Bad Wildungen und in der Sportredaktion die Telefone und Rechner. Auf einer elektronischen Plattform sind die wichtigsten Themen des Tages und der Woche eingetragen. Jeder Redaktionskollege hat Zugriff, jeder möchte „seinen“ Stoff am besten, ausführlichsten und prominentesten unterbringen.

Jeder Tag ein Endspiel

Redakteure feilschen mit Chefredakteur und Chef vom Dienst um Platz für die nächste Zeitungsausgabe. Vereine, Behörden, Unternehmen schicken Pressemitteilungen über den Tag, die müssen redigiert (textlich bearbeitet) und nachrecherchiert werden. Überdies treffen per Mail – und mitunter auch noch handschriftlich – Leserbriefe zu Berichten vom Vortag ein. Der am Morgen sorgsam verteilte Platz in der Zeitung muss also je nach Lage neu disponiert werden.

So geht’s ans Eingemachte. Formate für Text und Fotos werden am Bildschirm angelegt – Seite für Seite. Unterdessen schwärmen Redakteure als Reporter wieder aus, bewaffnet mit Stift, Block, digitalen Kameras – immer öfter auch mit Laptop und Videokamera. Hier kommt Michael Stich ins Spiel, der WLZ-Fachmann für Video und Schnitt. Mit dem gleichnamigen früheren Tennisstar und Wimbledon-Sieger ist unser Video-Experte aus dem hohen Norden weder verwandt noch verschwägert. Zudem zählt in der Redaktion einer Lokalzeitung weniger der harte Aufschlag zum „Ass“, sondern viel mehr das langfristige Zusammenspiel.

Wie die Zahnräder in einem Uhrwerk muss die Arbeit in der Redaktion ineinandergreifen. Doch das gestaltet sich nicht immer im Handumdrehen. Redakteure sind nämlich von Hause aus Individualisten, mitunter besserwisserisch, vor allem kritisch im Diskutieren, herausfordernd, nachbohrend, mal dickfellig, mal empfindsam. Ich darf das an dieser Stelle sagen, auch wenn ich Gefahr laufe, mir leichten Unmut von Kollegen zuzuziehen – ich bin ja selbst Redakteur.

Weite Wege für die Leser

Aber solche Charakterzüge sind notwendig, um erfolgreich als Redakteur bei einer Heimatzeitung zu arbeiten, denn im Sinne der Leserinnen und Leser sind die Kollegen der Waldeckischen Landeszeitung allesamt tagtäglich bereit, sehr weite Wege zu gehen – um an die Sprache des Sports anzuknüpfen. Jede Kollegin, jeder Kollege in den WLZ-Lokalredaktionen hat dabei inhaltliche und räumliche Schwerpunkte, die sich im Zusammenspiel ergänzen. In der Korbacher Lokalredaktion berichtet Natalie Volkenrath (nv) über die Gemeinde Diemelsee – ob Kommunalpolitik, Wirtschaft oder Kultur. Zugleich befasst sie sich intensiv mit Heimatgeschichte und Serien für die Zeitung. Lutz Benseler (lb) ist in der Korbacher Kommunalpolitik und in der Kreispolitik zu Hause, intensiv auch in der Wirtschaftsberichterstattung. Marianne Dämmer (md) ist aktiv in der Stadt Lichtenfels. Parallel setzt sie besondere Akzente mit der WLZ-Gartenseite. Thomas Kobbe (tk) begleitet Stadtpolitik und Kreispolitik in Korbach. Weiteres Steckenpferd ist die Kultur, und er hat Erfahrung als Blattplaner.Theresa Demski (resa) hat die Gemeinde Vöhl als Schwerpunkt, arbeitet gleichermaßen intensiv an thematischen Serien und ist Expertin in Sachen „Kirche“. In der Gemeinde Willingen ist die erfahrene Redakteurin Ulrike Schiefner (bk) täglich unterwegs, um neueste Nachrichten aus dem Upland zu schreiben – von Entscheidungen im Parlament bis zum Tourismus. Jüngster im Team der Korbacher Lokalredaktion ist Volontär Tobias Treude (tt).

Lokales, Sport, Nachrichten

Als stellvertretender Chefredakteur und Chef vom Dienst zeichnet Bernd Saure (bs) insbesondere für Organisation und Planung in der Redaktion. Reinhard Schmidt (rsm) und Robert Nagy gestalten überregionale Nachrichtenseiten, sind aber ebenso für die Internet-Homepage und im Sport eingebunden.Die Welt des Sports ist vor allem das Metier der Redakteure Gerhard Menkel (mn), Manfred Niemeier (ni), Jürgen Heide (jh) und Sportvolontär Stefan Weisbrod (swe). Auch die „Sportler“ der WLZ-Redaktion ergänzen sich durch inhaltliche Schwerpunkte bestens: Gerhard Menkel bei Leichtathletik und Turnen, Manfred Niemeier im Wintersport, Jürgen Heide im Handball – und König Fußball ist für alle gleichermaßen eine wichtige Domäne.

Barockstadt Bad Arolsen

In der Barockstadt Bad Arolsen prägen die erfahrenen Redakteure Elmar Schulten (es) und Armin Hass (ah) das Gesicht der Waldeckischen Landeszeitung. Ihr journalistisches Revier reicht von Diemelstadt über Volkmarsen und Bad Arolsen bis zur Gemeinde Twistetal. Sie bürgen für Kontinuität und großes Hintergrundwissen in der Berichterstattung über Nordwaldeck. Als Reporterin in der Bad Arolser Redaktion ist überdies Sandra Simshäuser mit von der Partie.

Kurstadt Bad Wildungen

Bad Wildungen, die Gemeinde Edertal und die Stadt Wal-deck sind bei Redakteur Matthias Schuldt (su) und Redakteurin Cornelia Höhne (höh) fest im Blick. Bad Wildungens immense Bedeutung als Kurstadt und Klinikstandort, der Edersee und der Nationalpark Kellerwald-Edersee als Magnete für den Tourismus gehören im Südosten des Waldecker Landes zu den besonderen journalistischen Aufgaben.

Tagtäglich beginnt für sie alle der Wettlauf gegen die Uhr aufs Neue. Notausgaben der Waldeckischen Landeszeitung bei Streiks hat es in den 80er und 90er Jahren schon gegeben. Später trieben Computerausfälle und Störungen in den Datenleitungen den Redakteuren und Kollegen in der Produktionssteuerung manchmal bis Mitternacht den Schweiß auf die Stirn. Aber erschienen ist die WLZ bislang immer – die Heimatzeitung des Waldecker Landes.

Um im Bild des Sports zu bleiben: Ein Mannschaftsspiel, das jeden Tag viel Herzblut, Tempo und Verstand fürs Waldecker Land erfordert.

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