Schnelles Internet: Zwei Millionen Euro für Ausbau mit Glasfaser in Korbach und Ortsteilen

Telekom will den Turbolader zünden

+
Fototermin an einem neuen Verteilerkasten in der Medebacher Landstraße: (v.l.) Franz Zimmermann (Telekom), Wolfgang Saure (Stadt), Stadtentwickler Thorsten Peper, David Schmidt, Hans-Jürgen Legel (Telekom), Bürgermeister Klaus Friedrich und Carsten Rohde (Telekom) präsentierten gestern das Glasfaser-Projekt für Hochgeschwindigkeit im Internet.

Korbach - Die Deutsche Telekom baut das Glasfasernetz in der Hansestadt stark aus. Viele Haushalte bringt dies in die Überholspur auf der Datenautobahn. Auch Dorfitter und Berndorf profitieren.

Bis 2016 will die Deutsche Telekom bundesweit für 24 Millionen Haushalte sogenannte VDSL-Verbindungen anbieten. Damit erreichen die Nutzer Geschwindigkeiten im Internet von 25 bis 50 Megabit pro Sekunde (MBit). Mehr noch: Vor allem in Ballungsräumen baut die Telekom das Netz mit „Vectoring“ aus, das noch mal doppelte Geschwindigkeit bringen soll. Bis zu 100 MBit im Download (Herunterladen von Daten) und bis zu 40 MBit im Upload (Verschicken von Daten).

Telekom will Kunden halten

Dabei belebt Konkurrenz offenbar das Geschäft. Nachdem der Kabelnetzbetreiber Unitymedia 2012 schnelle Internetverbindungen von bis 150 MBit in Korbach und Ortsteilen eingerichtet hat, zieht die Telekom nach, um Kunden zu halten.

So profitieren auch Mittelzentren von neuer Telekom-Technik. Zuletzt brachte die Telekom beispielsweise in Limburg mehr Tempo auf die Datenautobahn, im dritten Quartal 2014 soll dies ebenso für Korbach gelten. Möglich machen es mehr Glasfaserstränge im Untergrund, die bei Datenverbindungen deutlich besser funktionieren als das herkömmliche Kupferkabel aus der Zeit der analogen Telefone mit Wählscheiben.

Rund 12 000 Haushalte

Bis zum Herbst 2014 will die Telekom in Korbach und sieben Ortsteilen über 48 Kilometer neue Glasfaserleitungen eingebaut haben und damit rund 12 000 Haushalte erreichen. Die Investitionen addieren sich auf rund zwei Millionen Euro, denn allein ein Kilometer Glasfaserleitung kostet rund 3000 Euro, von Tiefbau und Verteilerkästen ganz zu schweigen.

David Schmidt, Franz Zimmermann und Carsten Rohde stellten das Projekt gestern zusammen mit Bürgermeister Klaus Friedrich und dem DSL-Beauftragten der Stadt, Thorsten Peper, im Korbacher Rathaus vor. Schmidt arbeitet für den Infrastrukturvertrieb „Region Mitte“ der Telekom, Franz Zimmermann leitet die Netzproduktionsfirma der Telekom am Standort Lohfelden, Carsten Rohde sorgt für die Bauausführung des Telekomprojekts am Standort Korbach.

In ländlichen Räumen liegen vom Hauptverteiler bis in die grauen Verteilerkästen der Wohngebiete meist noch Kupferkabel. Auf diesen Strecken baut die Telekom nunmehr parallel Glasfaserstränge ein. Nur die letzten Meter vom Verteilerkasten bis in die Häuser laufen dann noch über Kupferdrähte. Das wird viele Telekom-Kunden in eine neue Dimension des Internets schießen.

VDSL und „Vectoring“

Davon profitieren werden die Korbacher Kernstadt, aber auch die Ortsteile Rhena, Lelbach, Lengefeld, Ober-Ense, Nieder-Ense, Nordenbeck und Meineringhausen. Im gleichen Zuge sorgt die Telekom in den benachbarten Orten Berndorf (Twistetal) und Dorfitter (Vöhl) für mehr Tempo im Netz.

Mit dem Umbau der insgesamt 97 Verteilerkästen hat die Telekom bereits im November begonnen. 64 davon werden zu „Multifunktionsgeräten“ aufgerüstet. An vielen Stellen in Korbach sind die Kästen gut zu sehen: magentafarbene Überzüge. Im dritten Quartal soll dann der Startschuss für die Kunden erfolgen. Geplant sind auch öffentliche Bürgerinformationen. Einen genauen Termin konnte David Schmidt noch nicht nennen.

Der Auftakt ist mit VDSL-Anschlüssen geplant, wenig später soll auch die Vectoring-Technik in Korbach zum Tragen kommen. „Vectoring“ mindert die Störung zwischen Kupferleitungen - und verhilft damit zu noch höherer Übertragungsgeschwindigkeit.

Viele Internetnutzer konnten vor fünf Jahren noch beruhigt ein Schnitzel braten gehen, wenn sie nur zwei Bilder über die Datenleitung per Mail verschicken wollten - nicht nur in den Korbacher Ortsteilen, sondern auch in etlichen Wohngebieten der Kernstadt. Damals forderte die Deutsche Telekom noch 500 000 Euro Zuschuss der Stadt, um auch in den Dörfern mehr Tempo auf die Datenautobahn zu kriegen. Nunmehr investiert die Telekom selbst.

Bürgermeister Klaus Friedrich sieht damit auch die Breitband-Strategie der Stadt bestätigt: Vielfalt der Anbieter, wenig eigene Investitionen der Hansestadt - im Ergebnis aber das dichteste und leistungsfähigste Datennetz im ganzen Landkreis.(jk)

Kommentare