Korbach/Willingen

Temperament und lebendiger Glaube

- Korbach/Willingen (bk).Temperaturen um den Gefrierpunkt! Die jungen Leute aus Namibia hatten eigentlich eine völlig 
andere Vorstellung vom Frühling in Deutschland ...

In Korbach und Willingen flatterte weder ein blaues Band durch die Lüfte, noch streiften süße, wohlbekannte Düfte ahnungsvoll das Land. Statt sich an Eduard Mörike zu halten, überraschte Frau Holle die Gäste mit ein paar weißen Flocken. Doch obwohl sie heftig froren, waren sie begeistert, denn die meisten von ihnen hatten noch nie im Leben Schnee gesehen. Warmherziger Empfang Die kühlen Temperaturen standen im Kontrast zum warmherzigen Empfang, der den „Bridge Walkers“ in der Kreisstadt und im Upland bereitet wurde. Der Chor aus Katutura, einem Stadtteil der namibischen Hauptstadt Windhoek, landete am Freitag in Frankfurt – eine halbe Stunde vor Schließung des Flugplatzes. Die Deutschland-Tournee begann am Wochenende in Heidelberg und Mannheim. Von hieraus ging es schnurstracks in den Kirchenkreis des Eisenbergs, wo die Gäste als liebe Freunde willkommen geheißen wurden. Schließlich gibt es schon seit einem Vierteljahrhundert eine Partnerschaft mit der Epheser- und der Macedoniagemeinde in Katutura. Sie wurde im März 1985 von der Kreissynode auf Initiative des damaligen Dekans Helmut Will beschlossen. Kein Wunder also, dass die erste Deutschlandreise des Chors 1993 ins Waldecker Land führte. Gern in der Region Obwohl sie inzwischen zahlreiche internationale Kontakte pflegen, kommen die „Bridge Walkers“ immer wieder gern in die Region. Manche Sängerinnen und Sänger waren schon zwei- oder dreimal in Korbach und Willingen zu Gast und freuen sich über das Wiedersehen mit Freunden. Für die meisten Teilnehmer bedeutet der Deutschland-Aufenthalt jedoch eine Premiere, die sie mit Spannung erwartet haben und mit der ihnen eigenen Fröhlichkeit genießen. Diese Fröhlichkeit prägte auch das Konzert am Mittwoch in der Kilianskirche. Dekan Bernd Böttner begrüßte dazu knapp 200 Besucher, die einen mitreißenden Abend erlebten, und natürlich besonders die 
Akteure. Sein Dank galt den Gastgebern, bei denen sich die 34 Sängerinnen und Sänger in diesen Tagen zu Hause fühlen, aber auch dem Partnerschaftsausschuss unter Leitung von Birgit Siuts (Korbach) und Pfarrer Christian Röhling (Willingen). Die Mitglieder des Ausschusses begleiten die Partnerschaftsarbeit, geben Impulse und organisieren Begegnungen. Johannes Frederick führte durchs Programm, das der Chor unter der musikalischen Leitung von Jeremias Doeseb präsentierte. Mit ihrer Musik erreichten und erwärmten die „Bridge Walkers“ auch diesmal wieder Herzen und Seelen der Zuhörer: Mit anfangs eher ruhigen Liedern, die mit Inbrunst vorgetragen wurden und die Zeugnis vom tiefen und lebendigen Glauben der Mitwirkenden ablegten; mit Songs, die vom Alltag in Namibia erzählen, von fröhlichen Begegnungen beim Tanz, aber auch von Aids, der mörderischen Krankheit, die im südlichen Afrika verheerende Folgen hat; mit temperamentvollen Rhythmen, Tänzen, den unterschiedlichen Schnalz- und Klicklauten und dem faszinierenden Klang afrikanischer Trommeln; mit einem mitreißenden Finale als Krönung des erlebnisreichen Abends. Am Donnerstagabend fand ein zweites Konzert in der Willinger Kirche statt. Für zahlreiche Gastgeber und Besucher gibt es im Mai beim deutschen ökumenischen Kirchentag in München ein Wiedersehen mit den „Bridge Walkers“. Weitere Begegnungen finden im Oktober statt, wenn eine Gruppe aus dem Kirchenkreis des Eisenbergs unter Leitung von Oliver Okun und Christian Röhling nach Namibia fliegt.

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