Diemelsee

Tempolimit gegen tödliche Tücken

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- Diemelsee-Flechtdorf (nv). Die Aartalstraße zwischen Flechtdorf und Adorf ist gut ausgebaut. Zahlreiche schwere Unfälle zeugen jedoch von den Tücken der langgezogenen Kurven. Gemeindevertreter Horst Wilke fordert, das erlaubte Tempo zu reduzieren.

Wilke, der Mitglied der FWG-Fraktion im Diemelseer Parlament ist, gehört der Freiwilligen Feuerwehr Benkhausen an. Da sein Heimatort unweit der Landesstraße 3076 liegt, musste der Feuerwehrmann schon häufig zu Verkehrsunfällen auf der kurvigen Strecke ausrücken. Kreuze und Blumen am Straßenrand erinnern bis heute an einige Menschen, die zwischen Flechtdorf und Adorf tödlich verunglückt sind.

Um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen, regt der Abgeordnete eine Beschränkung der Höchstgeschwindigkeit an. Auf der Landesstraße ist Tempo 100 erlaubt. Wer häufiger zwischen den beiden Diemelseer Ortsteilen unterwegs ist, weiß jedoch, dass vor allem Einheimische dort nicht selten mit zu hoher Geschwindigkeit unterwegs sind und riskant überholen – obwohl eine Hinweistafel der Deutschen Verkehrswacht mit der Aufschrift „deshalb langsam“ davor warnt, von der Straße abzukommen.

„Jeder hat sich im Straßenverkehr so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt wird“, verweist Anita Möller, Leiterin des für Geschwindigkeitsbeschränkungen zuständigen Fachdienstes Verkehr im Kreishaus, auf Paragraph 1 der Straßenverkehrsordnung. In der StVO heißt es: „Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht. Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.“ Laut Anita Möller bedeutet dies, dass jeder Verkehrsteilnehmer „seine Geschwindigkeit den Gegebenheiten anpassen muss“. Auf kurvigen Strecken wie der zwischen Flechtdorf und Adorf ist also erhöhte Vorsicht geboten, auch wenn es kein Tempolimit gibt. „Die Geschwindigkeit wird nur beschränkt, wenn Gefahren für Verkehrsteilnehmer nicht vorhersehbar sind“, erklärt die Fachfrau und räumt ein: „Mit Verkehrszeichen müssen wir schließlich sparsam umgehen, weil sie sonst an Akzeptanz verlieren.“ Bevor die zulässige Höchstgeschwindigkeit – außerhalb geschlossener Ortschaften beträgt sie 100 Stundenkilometer – gedrosselt wird, muss das Unfallgeschehen laut Anita Möller genau analysiert werden.

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