Gerichtliches Beweisverfahren noch nicht eingeleitet · Keimbekämpfung vor Abschluss

Termin für Bad-Eröffnung steht in den Sternen

Korbach - Wann wird das Hallenbad wieder eröffnet? Eine Frage, die viele Korbacher seit Mitte April beschäftigt. Der St.-Nimmerleins-Tag wird es nicht werden, doch in EWF-Geschäftsführer Stefan Schallers Prognose „Wenn’s super läuft, im Januar“ schwang wohl etwas zu viel Optimismus mit. Das wurde in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag deutlich.

Noch steht ein gerichtliches „Beweisverfahren“ ins Haus. Darin soll das Landgericht Kassel einen Gutachter bestimmen. Hintergrund ist, dass in Sachen Verkeimung es beiden Parteien nicht gelang, sich auf einen gemeinsamen Gutachter zu einigen. Die bakterielle Belastung des Trinkwassers mit dem Erreger „Pseudomonas aeruginosa“ hatte zur Schließung des Bades geführt.

„Nicht vor Weihnachten“, rechnet Bürgermeister Klaus Friedrich mit der Eröffnung des gerichtlichen Verfahrens. Danach werde es aber „sehr schnell“ gehen. Helmut Schmidt (SPD) äußerte Skepsis: „Ich habe meine Zweifel, dass das Bad im Januar eröffnet wird.“

Kurz vor dem Abschluss befindet sich indes die Keimbekämpfung: Noch müsse eine technische Abschlussprüfung vorgenommen werden, um eine erneute Verkeimung auszuschließen, erklärte Friedrich. Ein Institut aus Gießen hatte das Strömungsverhalten in den Rohren untersucht und bauliche Veränderungen an der Trinkwasseranlage empfohlen.

Mit einer Lichtschranke ist mittlerweile die Rutsche nachgerüstet worden, wie der Bürgermeister mitteilte. So sollen „Auffahrunfälle“ in der Stahlröhre verhindert werden. Ein Gutachten über die Gefahr eines Blitzeinschlages stehe aber noch aus. Nach aktuellem Stand muss die Rutsche bei Gewitter gesperrt werden.

Insgesamt sechs Gutachten hatte die Energie Waldeck-Frankenberg als Badbetreiber in Auftrag gegeben, um Mängel und Schäden am Korbacher Hallenbad nachzuweisen. In endgültiger Fassung liegt laut Friedrich bislang nur das Untersuchungsergebnis über die offenbar mangelhafte Beckenbeleuchtung vor. Kai Schumacher (Freie Wähler) forderte die Stadt auf, die Gutachten auch den Parlamentariern vorzulegen.(lb)

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