Korbach

Die tiefe Traurigkeit aushalten

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- Korbach (resa). Wenn andere gehen, dann bleiben sie: Die Mitarbeiter des Hospizvereins begleiten Sterbende. Seit diesem Jahr bieten sie auch Trauernden ihre Unterstützung an. Und die Anfragen steigen stetig.

Sie begannen mit einem kleinen Kreis engagierter Ehrenamtlicher. Gemeinsam wollten sie in Korbach und in den umliegenden Gemeinden Raum schaffen für Sterbebegleitung. Angst und Einsamkeit in den letzten Wochen des Lebens sollten durch den Besuch ehrenamtlicher Mitarbeiter, durch gemeinsames Singen, Beten und Sprechen gemindert werden. Das war vor mehr als zehn Jahren.

Inzwischen hat sich der Korbacher Hospizverein gemausert: Professionelle Strukturen sollen dem gesteigerten Bedarf gerecht werden, die Ziele aber sind dieselben geblieben. Weil das Gesetz es aber ermöglichte, Krankenkassen auch bei Hospizdiensten in die Pflicht zu nehmen, schuf der Verein für seine Mitarbeiterin Christine Bernhardt-Engemann eine kleine Stelle. Seit mehr als zwei Jahren hat die Korbacherin nun die Fäden in der Hand, organisiert, strukturiert und gilt im Hospizbüro im Korbacher Krankenhaus als Ansprechpartnerin.

Mit der Professionalisierung des Vereins stiegen auch die Anforderungen. „Wir arbeiten inzwischen eng mit Ärzten und Pflegeeinrichtungen zusammen“, erklärt Christine Bernhardt-Engemann. Zwei Drittel aller Fälle werden dem Verein auf diesem Weg vermittelt, in den restlichen Fällen melden sich Angehörige direkt. Kümmerten sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter anfangs noch um acht Begleitungen im Jahr, sind es in diesem Jahr schon 44. „Wir haben Menschen zwischen fünf und 99 Jahren betreut.“ Weil sich Christine Bernhardt-Engemann zur Trauerbegleiterin hat ausbilden lassen, können sich jetzt auch Menschen an den Verein wenden, die einen Verlust verarbeiten müssen.

Interessierte, die spenden oder sich einsetzen möchten, bekommen weitere Informationen unter www.hospiz-korbach.de oder unter Telefon 05631/5061900.

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