Dörfer für Kunst: Sachsenberger Ziegelmonument wird am Samstag feierlich eröffnet

Ton, Lehm und Augenblicke

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Von gerade bis schief und doch stabil: Das Sachsenberger Tor haben Sachsenberger zusammen mit Künstler Frank Bölter unweit der Orker Straße gebaut, am Samstag soll es seiner Bestimmung übergeben werden.

Lichtenfels-Sachsenberg - Das Projekt „Kunst fürs Dorf - Dörfer für Kunst“ nähert sich in Sachsenberg langsam dem Ende - doch Kunst wird in dem Ort weiterhin eine Rolle spielen. Am Samstag wird die bislang größte Aktion vorgestellt: das Sachsenberger Tor, von 35 Bürgern aus Ziegelsteinen gebaut.

Zusammen mit Künstler Frank Bölter entschieden die Sachsenberger im Juni darüber, welches Kunstwerk sie in den kommenden drei Monaten gemeinsam für ihr Städtchen anpacken wollen: Ihre Wahl fiel die Idee von Bernd Saalfrank, Ziegelsteine aus Sachsenberger Kellern, Gärten und Scheunen individuell zu bemalen oder zu beschriften und zu einem Ziegelmonument aufzubauen. Das könne über Jahre hinweg vervollständigt werden oder auch unvollendet bleiben und sei eine Aktion mit großer Eigendynamik, erklärte er.

Damit traf er den Kern des Projektes „Kunst fürs Dorf - Dörfer für Kunst“, das die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft initiierte und das den Kölner Künstler Frank Bölter im April überhaupt nach Sachsenberg brachte. Denn großes Ziel des Projekts ist es, dass die Bürger aus ihrem kreativen Potenzial Kraft für ihre Zukunft als kulturelle Gemeinschaft schöpfen - und den Ort damit lebendig halten.

Adelung Sachsenbergs

Der Aktionskünstler Bölter wurde nicht müde, die Sachsenberger zu animieren, selbst und gemeinsam kreativ zu werden. Gemeinsam schufen sie ein Papierschiff, ein großes Papierhaus - und in den vergangenen Wochen schließlich das Sachsenberger Tor, das am Samstagnachmittag feierlich eröffnet werden soll. Der Diskussion, wo das Kunstwerk entstehen sollte, gab Bölter Struktur, indem er den wirkungsvollsten Ort aussuchte, ein Betonfundament schuf und einfach anfing zu mauern. „Dann sind Leute dazugekommen und haben geholfen - insgesamt haben rund 35 Sachsenberger das Tor aus Ziegelsteinen geschaffen“, erklärt Frank Bölter auf Nachfrage der WLZ-FZ. Platz hat es an der Orker Straße am Mühlenberg gefunden; von dort aus bietet sich ein besonders schöner Blick auf Sachsenberg. „Der Standort ist eine vorsichtige Adelung des Ortes“, sagt Bölter. In das Bauwerk durfte sich jeder mit seinen Fertigkeiten einbringen - und so wurde die Baustelle zu einem großen Spielplatz, an dem Vorbehalte vergessen wurden und der Spaß an der gemeinsamen Arbeit in den Vordergrund trat. Herausgekommen ist ein Kunstwerk, ein Gemeinschaftsbild, das stellenweise schnurgerade, an anderen Stellen schief gedieh - „und dabei ist es stabil“, unterstreicht Bölter.

Schon hat er mit den Sachsenberger Senioren das nächste Kunstprojekt gestartet: Sie haben beim Seniorennachmittag ihre Kuchenteller auf den Rückseiten signiert, die nun in Gießharz verewigt werden. Doch zunächst wird das bislang gemeinsam Erreichte präsentiert: Start ist am Samstag, 14. September, um 16 Uhr am „Sachsenberger Block“ an der Landesstraße gegenüber dem Bürgerhaus. Von dort aus geht es durch Sachsenberg zur Eröffnung des „Sachsenberger Tores“, auch das auf dem Weg liegende Projekt „Sachsenberger Kreuze“ von Bernd Saalfrank wird vorgestellt.

TV-Dokumentation auf Arte

Der Abschluss findet bei Sachsenberger „Schoppenzwerg“ und Gulaschsuppe an der Knöchelhalle statt. Dort wird auch das beim Brautag gebraute Weizenbier ausgeschenkt. Die Minibienen sorgen für Unterhaltung und wer möchte, kann sich Hopfendolden zupfen und Kränze aus den Ranken flechten. Außerdem präsentiert Bernd Saalfrank „FreeDespots“.

Ein Filmteam des Fernsehsenders Arte wird die Aktion begleiten. Die projektbegleitende TV-Dokumentation wird in drei Folgen jeweils sonntags am 6., 13. und 20. Oktober ab 17.35 Uhr auf Arte ausgestrahlt.

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