Mehrkosten beim Neubau des Kirchenkreisamts durch Sondermüll und Schäden an den Decken

80 Tonnen Putz mit Asbest

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Der neue Anbau am Kirchenkreisamt steht, innen wird derzeit verputzt. Der Altbau rechts ist innen bis auf nackte Ziegelsteinwände und Holzdecken freigelegt (linkes Foto). Die Decken werden saniert, die Wände erhalten einen komplett neuen Putz.Fotos: Kleine

Korbach - Im Altbau des Kirchenkreisamts musste tonnenweise asbesthaltiger Putz entsorgt werden. Das steigert die Kosten beim Umbau, bewahrt die Mitarbeiter aber vor gesundheitlichen Schäden.

Rund 2,1 Millionen Euro waren für den Neu- und Umbau des evangelischen Kirchenkreisamts in Korbach veranschlagt. Unliebsame Überraschungen fordern derweil ihren Tribut: Nach aktueller Prognose addieren sich die Gesamtkosten auf rund 2,5 Millionen Euro, wie Dekanin Eva Brinke-Kriebel am Wochenende bei der Frühjahrssynode im Kirchenkreis Twiste-Eisenberg eröffnete.

Die erste Überraschung gab es nach dem Abriss eines kleinen Anbaus aus den 1960er-Jahren neben dem Dekanatshaus im Mai 2014. Der 1897 errichtete Altbau gründete nicht auf stabilem Fundament. Deshalb musste das Gebäude mit Streifen aus Stahlbeton unterfüttert werden.

Im Herbst gingen plötzlich Bauarbeiter mit Ganzkörpermontur ans Werk, um über 80 Tonnen Putz und Bauschutt aus dem Altbau zu befördern. Bei den üblichen Proben vor einer Sanierung waren unter einem Fußboden Spachtelreste zum Vorschein gekommen, die Asbest enthielten. Eine Spezialfirma aus Köln entdeckte bei der Begutachtung dann, dass auch der aus den 1950er- und 60er-Jahren stammende Putz an den Wänden mit Asbest versehen war. Insgesamt wurden 16 Proben am Gemäuer genommen, davon zeigte die Hälfte Asbest an, erläuterte Planer Jürgen Kepplin.

Zur Sicherheit für die Mitarbeiter entschloss sich das Kirchenkreisamt, Putz und Deckenplatten komplett zu entfernen. Das gesamte Material kam in Containern als Sondermüll auf eine Spezialdeponie.

„Eine Maßnahme, zu der ich stehe“, bekräftigte Dekanin Eva Brinke-Kriebel am Samstag bei der Synode in Giebringhausen. Zumal es um die Gesundheit der Mitarbeiter gehe. Als Folge müssen am Bau die Wände neu verputzt werden. Zudem wurden teils Schäden an den Deckenbalken sichtbar. Allein Asbestsanierung und neuer Putz summieren sich auf rund 210000 Euro. Hinzu kommen die Betonstreifen am Fundament und die Sanierung der Holzbalkendecken.

Damit steigen die Mehrkosten insgesamt um rund 380000 Euro. In den resultierenden Gesamtkosten von nunmehr 2,5 Millionen Euro sind Planung, Umzug des Kirchenkreisamts und Mobiliar enthalten.

Auf die beiden evangelischen Kirchenkreise in Waldeck-Frankenberg (Twiste-Eisenberg und Eder) kommen im Ergebnis jeweils rund 40000 Euro Mehrkosten zu für den zentralen Neubau in Korbach.

Die Bauarbeiten liegen derweil gut im Zeitplan. Ende des Jahres soll das Kirchenkreisamt in den Neubau und den sanierten Altbau einziehen.

Von Jörg Kleine

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