Stadt Lichtenfels will nach und nach Fremdenverkehr in der Waldeckischen Schweiz naturverträglich beleben

Tourismus mit Betrieben entwickeln

Lichtenfels - Lichtenfels ist mit reizvoller Landschaft gesegnet, der sanfte Tourismus könnte ausgeweitet werden. Die Stadt will sich weiter engagieren – wenn die Betriebe mitmachen.

Landschaftlich gehört Lichtenfels zu den ausgedehntesten und waldreichsten Kommunen Nordhessens – mit seiner Fläche von annähernd 100 Quadratkilometern und einem Waldanteil von nahezu 40 Prozent hat die „Waldeckische Schweiz“ ein großes Potenzial an natürlicher Ursprünglichkeit behalten. Damit bleibt ihr auch das Potenzial für sanften Tourismus, das in vielen stark touristisch geprägten Orten längst verloren gegangen ist. Wie lässt sich das Pfund für die weitere Entwicklung des Tourismus in Lichtenfels nutzen? Schon mehrmals war die Förderung des Fremdenverkehrs Thema in der Lichtenfelser Stadtverordnetenversammlung. Erst im Januar hatte die SPD-Fraktion den Magistrat beauftragt, in Sachen Tourismusförderung mehr zu rühren, ein Konzept erstellen zu lassen – Hoteliers, Gastronomen, private Vermieter und Vereine an einen Tisch zu holen, um Ideen zu entwickeln. Möglich wäre etwa, Lichtenfels zum Zentrum des Wandersports zu machen, auch andere sportliche Angebote könnten Gäste ziehen – von Rad- und Kanuwanderungen, Klettermöglichkeiten bis hin zum Barfuß-Erlebnispfad, hatten die Sozialdemokraten formuliert. Unter anderem hatten sie auch einen Abenteuer-Wasserspielplatz an Orke oder Aar vorgeschlagen. Inzwischen sind erste Vorschläge geprüft, Zusammenarbeiten eingestielt: Noch ist die Stadt Lichtenfels in der Touristischen Arbeitsgemeinschaft „Erlebnisregion Edersee“ (TAG) eingebunden, doch zum Ende des Jahres läuft der Vertrag aus. Daher ist Lichtenfels eine Junior-Partnerschaft mit der Edersee Touristic (ET) eingegangen (wir berichteten). „Es wäre taktisch und finanziell unklug, wenn Lichtenfels sich allein vermarkten würde – die Stadt muss eingebunden sein an die Vermarktung einer größeren Region“, erklärt Bürgermeister Uwe Steuber. So könnten Vertriebswege, Vermarktung und Anzeigenwerbung nutzbringender gebündelt werden. Der jährliche Betriebskostenzuschuss an die Edersee Touristic beläuft sich auf 12 500 Euro – genau so viel, wie die Stadt derzeit an die TAG zahlt. Was die Vorschläge für ein größeres touristisches Angebot betreffen, ist Steuber jedoch zurückhaltend – nicht, weil er sie ungern umgesetzt sehen würde, sondern weil sie Geld kosten, das die Stadt nicht hat. „Einen Kletterpark im ehemaligen Steinbruch in Fürstenberg zu bauen, war in den vergangenen Jahren schon mehrmals angedacht. Gleiches gilt für einen Abenteuerspielplatz und Barfuß-Erlebnispfad. Doch es scheiterte schlichtweg immer an den finanziellen Möglichkeiten der Stadt“, macht Steuber auf Nachfrage deutlich. Auch den Dialog mit den touristischen Betrieben und den Vereinen, den die SPD in ihrem Antrag gefordert hatte, habe es in der Vergangenheit immer wieder gegeben. Das Interesse der Unternehmen an Gesprächsrunden habe sich allerdings in Grenzen gehalten, erklärt Steuber. Dennoch ist ein neues Treffen im Oktober vorgesehen – die Edersee Touristic will gemeinsam mit der Stadt Lichtenfels, der Stadt Frankenau und der Gemeinde Vöhl zu einem Tourismusfrühstück einladen, um die Saison 2014 vorzubereiten. Für die Erstellung eines Tourismuskonzepts, wie es die SPD fordert, verweist er auf externe Beratung und sieht auch die Betriebe in der Pflicht, sich finanziell daran zu beteiligen. „Ohne die Betriebe geht es nicht – wir können uns als Stadt nur für den Tourismus einsetzen und daraus gewinnen, wenn die privaten Betriebe mitmachen und sich engagieren“, unterstreicht der Rathauschef. Zwei Bausteine ins Tourismusgefüge setzt die Stadt dennoch: Auf Antrag der Wählergemeinschaft (WGL) sollen Wohnmobilstellplätze ausgewiesen werden, außerdem ist ein Radwegenetz mit vier Streckenführungen in Arbeit.

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