Korbach

Der Tourismus braucht ein Gesicht

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- Korbach (jk). Korbach sucht einen neuen Experten für Tourismus und Stadtmarketing. Zugleich stellt sich die Standortfrage: Ziehen Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung künftig wieder in die Altstadt?

Die Kreisstadt scheint eine gute Schmiede zu sein für den Tourismus am Edersee. Vor zwölf Jahren zog es Wolfgang Müller aus dem Korbacher Fremdenverkehrsamt zur Edersee Touristic (ET) – und Claus Günther wurde Nachfolger in Korbach. Dieser Tage wechselt Müller (Marburg) nach Biedenkopf – und Günther zum 1. September an den Edersee.

Schnell keimten in Korbachs Kommunalpolitik Überlegungen auf, Günthers Stelle gar nicht neu zu besetzen, sondern die Aufgaben innerhalb der Verwaltung zu verteilen. Doch dieser Gedanke ist ebenso schnell wieder verflogen: Die Stelle ist derzeit neu ausgeschrieben. „Tourismus und Stadtmarketing brauchen ein Gesicht in Korbach“, betont Bürgermeister Klaus Friedrich auf WLZ-Nachfrage. Denn die Kreisstadt zähle rund 1,2 Millionen Besucher im Jahr – vor allem Tagesgäste.

So beschere der Tourismus „eine Wertschöpfung von rund 60 Millionen Euro pro Jahr“, kalkuliert Friedrich. Fester Ansprechpartner für Betriebe und Handel, enge Verzahnung mit der Ferienregion Waldecker Land, Wander- und Radtourismus, Einbindung der Ortsteile als Urlaubsziele nennt der Rathauschef als wichtige Eckpunkte, die einen Experten für Tourismus und Stadtmarketing unentbehrlich machen.

Hinzu kommen zwei herausstechende Alleinstellungsmerkmale: Korbach als Zentrum des Geoparks mit Korbacher Fossilienspalte und dem Goldbergbau am Eisenberg. Gerade bei diesen Themen hat Claus Günther (Geograf) in den vergangenen Jahren etliche Akzente gesetzt. Er war einer der Motoren für die Vermarktung des Goldbergwerks und der Korbacher Fossilienfunde als weltweit herausragende Anlaufpunkte für Besucher.

In den Reihen der SPD gab es zunächst auch andere Überlegungen, als die Stelle neu zu besetzen. Doch SPD-Fraktionschef Martin Dörflinger pflichtet Friedrich bei: „Wir brauchen eine Neubesetzung – als festen Ansprechpartner und konzeptionell.“ Gerade bei der Konzeption will die SPD zur nächsten Parlamentssitzung einen weiteren Stein ins Rollen bringen: Stadt und Wirtschaftsförderung werden aufgefordert, die Schaltstellen für Wirtschaft und Tourismus wieder räumlich ans Rathaus zu binden. „Das ist unser Ziel“, unterstreicht Dörflinger.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Mittwoch, 10. August.

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